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Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V.

Vorschaubild

Gerhard Schwarz

Annemariestraße 27 b
15345 Rehfelde

Telefon 033435 76136
Telefax 033435 76137

E-Mail E-Mail:
E-Mail E-Mail:

Gegründet am 25. Mai 2012 und eingetragen in das Vereinsregister am 13. August 2012 ist die „Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V." einer der jüngsten Vereine der Gemeinde. Er zählt gegenwärtig fast 20 Mitglieder. Mitglied des Vereins kann jede volljährige natürliche Person und jede juristische Person werden, die die Ziele des Vereins unterstützt.

 

Der Verein ist gemeinnützig und hat sich gemäß seiner Satzung der Förderung

 

  • von Wissenschaft und Forschung, 
  • von Kunst und Kultur, 
  • der Heimatpflege und Heimatkunde und 
  • der Erziehung, Volks- und Berufsbildung verschrieben. 

 

 

Konkret hat sich der Verein die Aufgabe gestellt, die Geschichte Rehfeldes

 

  • wissenschaftlich zu erforschen und darzustellen, 
  • die gewonnenen Forschungsergebnisse öffentlich zu machen, 
  • bei der Erhaltung und Pflege der geschichtlichen Zeugnisse und des traditionellen Brauchtums der Gemeinde fachliche Beratung zu gewähren.

 

 

Mitglieder des Vereins, darunter eine ausgewiesene Historikerin, recherchieren schon seit fast 15 Jahren in Archiven und Bibliotheken, betreiben Oral History, archäologische Erkundungen und Fachdiskussionen, alles mit dem Ziel, eine umfassende Geschichte Rehfeldes von der Eiszeit bis 1989 zu erarbeiten.

Die Arbeit soll 2013 fertig gestellt und publiziert werden. Da die Herausgabe des Bandes allerdings die finanziellen Möglichkeiten des Vereins übersteigt, ist er auf Verständnis und Hilfe bei der Aufbringung eines Druckkostenzuschusses angewiesen. Spenden sind daher sehr willkommen - Sparkasse Märkisch-Oderland, BLZ 170 540 40, Konto-Nr. 200 193 43

 

 


Aktuelle Meldungen

Vor 80 Jahren und doch nicht vergessen

(29.08.2019)

(GS) Ohne Kriegserklärung überfiel die faschistische Wehrmacht am frühen Morgen des 1. September 1939 Polen. Für die Deutschen kam die Meldung überraschend, auch blieben Jubelgeschrei und Euphorie aus, denn die Wunden, die der letzte Krieg 1914 bis 1918 in die Familien gerissen hatte, waren noch nicht verheilt.

Viele glaubten, dass die Praxis des „Führers“ durch unblutige Eroberungen, wie die im März 1938, als Deutschland mit Duldung der europäischen Nachbarländer Österreich einverleibte oder der Einmarsch Hitlers in Prag am 15. März 1939 und die Verwandlung der tschechischen Gebiete in das zu Hitler-Deutschland gehörende „Protektorat Böhmen und Mähren“, weiter gehen würde. Frankreich und Großbritannien reagierten dieses Mal sofort und erklärten am 3. September dem Aggressor den Krieg. Nun wurde es Gewissheit, es würde in Europa eine militärische Auseinandersetzung geben.

Der Zweite Weltkrieg sollte sechs Jahre dauern. Sein territoriales Ausmaß, die Opfer an Soldaten, der Mord an Zivilpersonen durch SS und Wehrmacht, die brutale Ausbeutung und Vernichtung von unschuldigen Menschen übersteigen noch heute die Vorstellungskraft der nachgeborenen Generationen.

Der Alltag in unseren drei Dörfern Rehfelde, Werder und Zinndorf hatte sich nach dem 1. September verändert. Neben dem Siegestaumel über die Besetzung Belgiens, der Niederlande, Luxemburgs und vor allem nach der Kapitulation Frankreichs wuchs die Sorge um die eingezogenen Familienmitglieder. Denn spätestens seit dem 22. Juni 1941, als Hitlerdeutschland und seine Militärs die Sowjetunion angriffen, wendete sich das Blatt. Den ersten Siegesmeldungen folgte die unausweichliche militärische Niederlage. Trotzdem opferten Hitler und seine Generale weiter Hunderttausende Soldaten, vor allem an der Ostfront.

Der 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges ist Anlass, auch für unsere Gemeinde eine Bilanz der Opfer zu ziehen. Die auf umfangreichen Forschungen beruhenden Zahlen sind zwar noch immer unvollständig, alle Angaben jedoch namentlich belegt und dokumentiert.

Vorab, der Rehfelder Bürger Wilhelm Betke sollte nur wenige Stunden, bevor der Krieg ausgerufen wurde, eines der ersten Opfer werden. Als KZ-Häftling hatten SS und Gestapo ihn und weitere seiner Kameraden ausgesucht, den sog. Überfall auf den Sender Gleiwitz vorzutäuschen. Durch einen Zufall überlebte er.

Die ersten Todesnachrichten an Rehfelder Familien ließen jedoch nicht lange auf sich warten. Drei Tage nach Kriegsbeginn fiel Helmut, der 23-jährige Sohn des Rehfelder Malermeisters Wilhelm Schenkmann bei Plewno, ca. 50 km nordöstlich von Bydgoszcz.

Rehfelde hatte 1939 2.411 Einwohner. Mehr als 117 Soldaten des Ortes wurden auf den Schlachtfeldern geopfert, etwa 80 Prozent allein an der Ostfront. Etwa 12 Rehfelder müssen bis heute als „vermisst“ registriert werden. Während der Bombardierungen des Dorfes zählte die zuständige Verwaltungsstelle etwa 8 zivile Bombenopfer. Etwa 5 Personen starben während des Trecks und einzelne zivile Opfer beim Einzug der Roten Armee in die Orte. Nicht zu vergessen, dass 11 Einwohner im Zeitraum von April 1941 bis zum Einmarsch der Roten Armee am 21.4.1945 Selbstmord begingen.

Das Nachbardorf Werder zählte 1939 500 Einwohner. Von den bisher ermittelten 10 Kriegsopfern fielen 6 an der Ostfront. Zwei Werderaner machten 1940 und 1944 ihrem Leben freiwillig ein Ende.

1939 lebten in Zinndorf 343 Bürger. Bisher von uns nachweisbar sind 14 Männer des Ortes, die den befohlenen Kriegseinsatz mit ihrem Leben bezahlten, die Mehrzahl seit 1941 während des räuberischen „Ostfeldzuges“. Schon im Januar 1940 beging ein Zinndorfer Selbstmord, die Dunkelziffer mag höher sein.

„Fremdländische“ Arbeiter gehörten schon kurz nach Kriegsbeginn zum Bild der drei Dörfer. Ohne die Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter und Militärinternierten, die aus Frankreich, Polen, der Sowjetunion, Italien, der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Kroatien und den Niederlanden stammten, wären die örtlichen Betriebe nicht in der Lage gewesen, die Kriegsmaschinerie und die Versorgung an der "Heimatfront" aufrecht zu erhalten. Allein in der Rehfelder Goedefabrik betrug ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeiter und Angestellten 1944 mehr als 50 Prozent. Eingegliedert wurden sie ab Mitte 1944 in die Produktion von Teilen für die Panzerabwehrkanonen 39 und 40. Bereits seit 1943 lieferte der Betrieb Teile für die Herstellung der sog. Vergeltungswaffe V2. Vor allem die privaten landwirtschaftlichen und handwerklichen Betriebe der drei Dörfer beschäftigten nachweislich französische Kriegsgefangene, polnische Zwangsarbeiter und sog. Ukrainer. Insgesamt ließ sich bisher unter den Zwangsarbeitern der Tod von mindestens 2 Italienern, 5 Polen, 2 Tschechen und 2 Franzosen nachweisen.

Am 4. Dezember 1943 hatte der Rehfelder Pfarrer Otto Perels 8 Mitglieder der Besatzung eines britischen Bombers, der 2 Tage zuvor auf der Gemarkung abgestürzt war, beerdigt. Auf den Friedhöfen von Rehfelde, Werder und Zinndorf befinden sich Kriegsgräberstätten für insgesamt 19 Wehrmachtssoldaten, die in den letzten Tagen des Krieges in den drei Dörfern von den Faschisten geopfert wurden. An die namentlich bekannten 19 Offiziere und Soldaten der Roten Armee, die bei der Befreiung der drei Orte am 21. April 1945 ihr Leben lassen mussten, erinnert kein Stein.

Am 1. September 2019 stellt sich immer noch die Frage: Warum dieser Krieg, der 55 Millionen Menschen das Leben kostete? Die Machthaber und Wirtschaftseliten des „Dritten Reiches“ hatten ungeheuerliche Pläne entworfen, die in Dokumenten nachzulesen sind. Diese bezweckten die Gewinnung von „Lebensraum“, sie galten der angestrebten Vorherrschaft des deutschen Faschismus auf dem europäischen Kontinent und der Gier nach deutscher Weltmachtstellung.

 

Der vorstehende Beitrag ist die Fortsetzung des Artikels Nicht „nur“ Fontane, der auf dieser Seite am 5. November 2018 veröffentlicht wurde.

 

Foto zur Meldung: Vor 80 Jahren und doch nicht vergessen
Foto: Schild auf dem Friedhof Zinndorf

Eine Durchreise mit Haltepunkten

(15.07.2019)

(GS) Am 10. und 11. Juli weilten Gisèle Cailloux und ihr Gatte Jean-Lois in Rehfelde. Sie kamen aus Paris und waren auf der Durchreise. Der Besuch bei den Autoren des Buches „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“, Erika und Gerhard Schwarz, war wie immer herzlich. Ihr Weg führte sie auch nach Fürstenwalde und Garzau. Vor genau 80 Jahren, am 1. März 1939, mussten die Mutter von Gisèle, Hanna Ruth, ihr Onkel Werner und ihre Großmutter Frieda Klopstock, Fürstenwalde verlassen. Der Großvater, ein promovierter Wissenschaftler in den dortigen Kabelwerken tätig, war nach der Pogromnacht im November 1938 als Jude in das KZ Sachsenhausen verschleppt worden, wo er im Dezember an den Folgen der Haft verstarb. Hanna Ruth, Werner und Frieda Klopstock, jeglicher Existenzgrundlage beraubt, flohen aus der Stadt, wo sie sieben Jahre gewohnt hatten, nach Berlin. Der Druck der Judenverfolgung ließ die Mutter eine schwere, aber für die Tochter lebensrettende Entscheidung treffen. Frieda gab die 15jährige Hanna Ruth am 20. März auf einen Kindertransport nach Frankreich. Ihn hatte der Bankier Baron Éduard de Rothschild und seine Frau Germane gemeinsam mit einer jüdischen Hilfsorganisation ermöglicht. Die 130 Jugendlichen aus Berlin, Wien und der Pfalz lebten bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich im Jagdschloss „La Guette“ der Bankerfamilie bei Paris. Hanna Ruth hatte großes Glück. Sie konnte als Jüdin, im Gegensatz zu zahlreichen ihrer Leidensgenossen aus „La Guette“, während der Besatzungszeit untertauchen. Nur mit der uneigennützigen Hilfe und Unterstützung mutiger französischer Bürger überlebte sie. Nach der Befreiung kehrte Hanna Ruth nicht nach Deutschland zurück. Einige ihrer Verwandten vermochten es, ebenfalls rechtzeitig zu emigrieren. Die Mehrzahl aber überlebte den Holocaust nicht. Wie die Mutter Frieda und ihr Bruder Werner. Frieda Klopstock wurde am 3. Februar 1943, da war sie 53 Jahre alt, nach Auschwitz verbracht und dort ermordet. Ihr 21jähriger Sohn Werner folgte ihr vier Wochen später. Zuvor hatte er von 1940 bis 1943 für den Rittergutsbesitzer Hans von Rohrscheidt in Garzau als einer von 24 jüdischen Zwangsarbeitern geschuftet. Direkt von seiner Arbeitsstätte aus, dem Rittergut Garzau, wurden er und seine Kameraden am 27. Februar 1943 während einer Großrazzia verhaftet und über eine Sammelstelle in der Berliner Großen Hamburger Straße am 1. März 1943 vom Güterbahnhof Moabit nach Auschwitz transportiert. Im August 1943 starb er in einem Außenlager des Konzentrationslagers, wo in einer Kohlengrube der „Hermann Göring-Werke“ die letzten Kräfte aus ihm herausgepresst wurden. Sein genaues Todesdatum ist bis heute unbekannt.

Während ihres Aufenthaltes in Rehfelde begab sich Gisèle nach Fürstenwalde in die Dr. -Wilhelm-Külz-Straße 45, um an den dort verlegten Stolpersteinen ihrer Großeltern zu gedenken. In Garzau erinnert nichts an ihren Onkel Werner und an die brutale Ausbeutung der jüdischen Zwangsarbeiter. Wichtig für sie sei die Erinnerung an die Buchvorstellung vor zwei Jahren in Rehfelde, auf der sie die Geschichte ihrer Familie einem großen Kreis interessierter Menschen erzählen konnte.

Sie komme unbedingt wieder, meinte die Französin beim Abschied.

Foto zur Meldung: Eine Durchreise mit Haltepunkten
Foto: Eine Durchreise mit Haltepunkten

Ehrung des Rehfelder Ehepaares Dr. Erika und Gerhard Schwarz

(10.06.2019)

Auf der Festveranstaltung der Präsidentin des Landtages Brandenburg  am  07.06.2019 wurden Dr. Erika  Schwarz und Gerhard Schwarz aus Rehfelde mit der Medaille des Landtages Brandenburg zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen ausgezeichnet.

 

Die Ehrung des Ehepaares Schwarz erfolgte vor allem für ihr außerordentlich hohes Engagement bei der weiteren wissenschaftlichen Erforschung der Regionalgeschichte. Die beiden Rehfelder Historiker befassen sich seit mehr als zwei Jahrzehnten intensiv mit der Regionalgeschichte in Märkisch-Oderland.

 

Neben der Würdigung zur Erforschung der Regionalgeschichte sind vor allem das ehrenamtliche Engagement und ihre Tätigkeit im gemeinnützigen Verein „Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V.“ hervorzuheben. Beide sind Gründungs- und Vorstandsmitglieder des Vereins seit 2012. Der Verein führte in den letzten Jahren  zahlreiche Bildungs- und Informationsveranstaltungen zu historischen Ereignissen in Rehfelde  und in der Region durch.

 

Im Dezember 2013 stellten sie ihr Buch „Rehfelde - Ein Dorf auf dem Barnim“ vor. Auf über 400 Seiten erläutern sie die Geschichte des Ortes von der ersten slawischen Besiedelung im 9. Jh. bis zum Ende der DDR 1989. Diese wissenschaftliche Abhandlung ist eine einzigartige Dokumentation der Entwicklung des Ortes in verschiedenen Zeitepochen, der Lebensweise von Menschen und der Auswirkungen von Kriegen und Migration. Die Autoren belegen ihre Forschungsergebnisse mit Primärquellen, weil sie akribisch in Archiven arbeiten und viele Bruchstücke zu einem einheitlichen und schlüssigen Ganzen zusammen fügen. Somit ist dieses Buch ein Standardwerk für jeden Ortschronisten geworden.

 

2014 folgte das Buch „Rehfelde - Die Geschichte seiner Straßen“ und im Oktober 2017 erschien die Publikation „Das Rittergut Garzau und die jüdische Zwangsarbeit“, in dem sich die Autoren mit einem wenig bekannten und historisch erforschten Thema auseinandersetzten.

 

Im Jahrbuch von Märkisch-Oderland von 2018 veröffentlichten sie einem Beitrag zum Inhalt ihres letzten Buches, hielten Lesungen zu dieser Thematik und diskutierten mit Jugendlichen in Schulen gegen das Vergessen und das Umdeuten von deutscher Geschichte.

 

Gerhard Schwarz engagiert sich seit 2003 auch aktiv in der Kommunalpolitik der Gemeinde Rehfelde. Von 2003 bis 2008 als berufener Bürger und seit 2008 als Gemeindevertreter hat er maßgeblichen Anteil an der Erarbeitung und Umsetzung strategischer Entwicklungskonzepte. Zu nennen sind dabei vor allem seine Beiträge

  • zur Ortsentwicklungskonzeption und zum Leitbild der Entwicklung Rehfeldes
  • zum touristischen Informationsleitsystem
  • zur weiteren Entwicklung und zum Ausbau der Ostbahn
  • zur Neuerschließung von Wohn- und Gewerbeflächen

 

Frau Dr. Erika Schwarz und Gerhard Schwarz  gebührt diese Anerkennung weit über die Grenzen von Rehfelde hinaus.

 

Erste Gratulanten  zur Auszeichnung waren der noch amtierende Bürgermeister von Rehfelde, Herr Reiner Donath, Herr Carsten Kopprasch als Vorstandsmitglied der Rehfelder Geschichtswerkstatt und Frau Bettina Fortunato als Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der LINKEN Märkisch-Oderland. Sie nahmen an der Auszeichnungsveranstaltung persönlich teil.

 

 

Carsten Kopprasch

Fraktionsvorsitzender Die LINKE Rehfelde

Vorstandsmitglied Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. 

 

Auf der Homepage des Brandenburger Landtages wir zur Verleihung der Medaillen geschrieben:

 

Landtag ehrt Engagement
von Brandenburgerinnen und Brandenburgern

Gruppenbild der Landtagsabgeordneten mit den Trägerinnen und Trägern der Landtagsmedaille.

Gruppenbild der Landtagsabgeordneten mit den Trägerinnen und Trägern der Landtagsmedaille.

 

Potsdam, 7. Juni 2019. Es ist ein Symbol für den menschlichen Zusammenhalt im Land: Seit 2014 wird die Medaille des Landtages Brandenburg zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen verliehen. Am heutigen Freitag würdigten Landtagspräsidentin Britta Stark und weitere Abgeordnete im Rahmen einer Festveranstaltung die Verdienste von 24 Brandenburgerinnen und Brandenburgern. Ob im sozialen Bereich, in der Kunst- und Kulturszene, in der Stadt- und Gemeindeentwicklung, bei der freiwilligen Feuerwehr, im Natur- und Tierschutz oder im Sport – die Medaillenträgerinnen und -träger haben sich in herausragender Weise und teilweise jahrzehntelang im und für das Land Brandenburg engagiert. Herzlichen Glückwunsch!

Foto zur Meldung: Ehrung des Rehfelder Ehepaares Dr. Erika und Gerhard Schwarz
Foto: Dr. Erika und Gerhard Schwarz

Geschichtsstunde am Gymnasium

(27.11.2018)

(IR) Eine besondere Geschichtsstunde gestalteten Erika und Gerhard Schwarz am Berliner Otto-Nagel-Gymnasium mit den Schülern des Grundkurses Geschichte einer 12. Klasse, bei dem aktuell das Thema "National-sozialistische Gewaltherrschaft" behandelt wird. Die Rehfelder Autoren stellten ihr Buch „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“ vor. Auf der Homepage des Gymnasiums wird darüber berichtet.

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Foto zur Meldung: Geschichtsstunde am Gymnasium
Foto: Geschichtsstunde am Gymnasium

Gedenken am Volkstrauertag

(20.11.2018)
(HGH) Auf dem Friedhof Rehfelde wurde am vergangenen Sonntag an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen erinnert.
Die Gemeinde Rehfelde hatte eingeladen, anlässlich des Volkstrauertages an den Gräbern denen zu gedenken, die unsinnig gemordet und gestorben sind.
Nach Musikstück und Begrüßungsworten durch Bürgermeister Reiner Donath erinnerte Gemeindevertreter Gerhard Schwarz, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V., an Schicksale von Soldaten, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die als Opfer des 2. Weltkrieges auf dem Rehfelder Friedhof ihre letzte Ruhe fanden. Er führte in einer beeindruckenden Ansprache aus:
 
„Der Volkstrauertag versteht sich als Tag des Gedenkens an die Opfer beider Weltkriege unabhängig ihrer nationalen Herkunft. Gestatten Sie mir daher, am heutigen Tag all jene Menschen ins Gedächtnis rufen, die infolge der faschistischen Tyrannei zu Tote kamen, nicht die deutsche Nationalität besaßen und zwischen 1942 und 1945 auf diesem Friedhof begraben worden waren.
 
Wir verneigen uns
  • vor drei polnischen Zwangsarbeitern, von denen jedoch nur einer namentlich als Stanislaus Stalinski vermerkt wurde,
  • vor den italienischen Zwangsarbeitern Domenico Gregnanini und Gino Muratori,
  • vor den französischen Kriegsgefangenen René Cariei und Adrian Reaux sowie
  • vor dem tschechischen Zwangsarbeiter Theodor Riedel.
 
Wir verneigen uns auch vor einer Gruppe britischer Militärangehöriger. Wenig konnte bislang über die Umstände ihres Todes in Erfahrung gebracht werden. Und dennoch wollen wir uns heute ihre kurze Geschichte vergegenwärtigen, steht sie doch exemplarisch für hunderttausende Opfer des II. Weltkrieges.
 
Am 3. November 1943 erläuterte der Oberkommandierende der britischen Luftstreitkräfte Arthur Harris seinem Premierminister Winston Churchill Pläne zur finalen Luftschlacht gegen Berlin. Berühmt wurde sein folgender Ausspruch:
„Wir können Berlin von einem Ende bis zum anderen zerstören, wenn sich die Amerikaner daran beteiligen. Es wird uns zusammen 400 oder 500 Flugzeuge kosten. Deutschland aber wird es den Krieg kosten.“
Die Amerikaner lehnten ab. Churchill genehmigte dennoch die Großangriffe der Royal Air Force auf die deutsche Reichshauptstadt.
Diese „Schlacht um Berlin“ begann auf den Tag genau vor 75 Jahren, am 18. November 1943. Bis zum 3. Dezember wurden in fünf Luftangriffen mehr als 2.000 britische Bomber eingesetzt, die fast 9.000 t Bomben warfen. 123 Flugzeuge gingen der Air Force verlustig.
Zum fünften Angriff in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember starteten 473 Flugzeuge des Typs Lancaster, Halifax und Mosquito-Markierer in Richtung der deutschen Reichshauptstadt. Die Wettervorhersage für Berlin versprach geringe Bewölkung. Die Crews erreichten wie vorgesehen ihr Ziel. Der Bezirk Charlottenburg wurde verwüstet, das Außen-, Innen und das Propagandaministerium sowie eine Reihe anderer Ministerien wurden zerstört. Der Bahnhof von Potsdam brannte aus und fünf weitere Bahnhöfe wurden beschädigt.
Die Royal Air Force verlor in dieser Nacht 42 Bomber. Einer von ihnen stürzte am 2. Dezember 1943 gegen 20.00 Uhr über der Gemarkung Rehfelde ab. Absturzstelle war der Wald westlich der Stephanstraße zwischen der Strausberger Straße und der Karl-Liebknecht-Straße. Es handelte sich um eine viermotorige Lancaster III des 101. Geschwaders der RAF. Sie war drei Stunden zuvor von der Basis Ludford Magna in Mittelengland gestartet.
An Bord befanden sich acht Besatzungsmitglieder, die Bombenschützen Sergeant Bramley und Sergeant Kibby, der Navigator Sergeant Webb, der Pilot Sergeant Murell, die Bordschützen Sergeant Garland und Sergeant Cockroft, der Funker Sergeant Hayes und der Bordingenieur Sergeant North. Keiner von ihnen überlebte.
Zwei Tage später, am 4. Dezember, wurden die acht Crew-Mitglieder auf dem Rehfelder Friedhof beigesetzt. Das erfolgte abgeschirmt vor der Öffentlichkeit im Beisein von Pfarrer Perels und einem Angehörigen der Luftwaffe des Flugplatzkommandos Strausberg. Der amtierende Bürgermeister Kurt Milius meldete kurz darauf dem Luftwaffenführungsstab des Luftgaukommandos Berlin Vollzug. Das Sammelgrab trug die Nummer 425 und befand sich östlich der Leichenhalle.
Unmittelbar nach Beendigung des Krieges wurden die sterblichen Überreste der Gefallenen auf den britischen Soldatenfriedhof an der Trakehner Allee in Spandau überführt. Als dieser 1959 geschlossen wurde und ein neuer an der Heerstraße entstand, fanden die 8 britischen Soldaten dort ihre letzte Ruhe.
Ihre Gräber sind bis in die Gegenwart erhalten und tragen die Nummern 8G24 bis 8G31.“
 
Mit dem Totengedenken, vorgetragen von Lies Galey, einem Musikstück und dem Dank des Bürgermeisters an die Teilnehmer klang die Gedenkstunde aus.
 

Foto zur Meldung: Gedenken am Volkstrauertag
Foto: Klaus Emmerich, Lies Galey, Reiner Donath, Gerhard Schwarz (v.l.)

Vor 80 Jahren

(10.11.2018)
(GS) Am 9. November 1938 demolierten organisierte faschistische Schlägertrupps im Deutschen Reich jüdische Geschäfte und setzten Gotteshäuser in Brand. Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Strausberg bildete dabei keine Ausnahme.
Zu Beginn der 1930er Jahre wohnten knapp 70 Juden in Strausberg. Als Geschäftsinhaber, Händler, Anwälte u. a. gehörten sie zum gesellschaftlichen Leben der Stadt. Das änderte sich ab 1933 mit wachsender Verfolgung. Der Großteil von ihnen verließ in den Jahren darauf die Stadt. Die Wenigen noch Verbliebenen wurden in die faschistischen Todeslager verschleppt, die letzten am 13. April 1942.
Von der Liste der zu Deportierenden war der Schneider Moisy Fingergut gestrichen worden. Der am 25. November 1894 in der Ukraine Geborene war 1918 nach Chemnitz übergesiedelt und heiratete dort 1921 die Nichtjüdin Elsa Werner. Die sogenannte Mischehe hatte ihm vorerst das Leben gerettet. In Folge der Ereignisse vom November 1938 musste er jedoch sein selbständiges Gewerbe aufgeben. Seinen Lebensunterhalt fristete er anschließend durch einen Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft in Mallnow bei Lebus. Anfang 1940 wurde er in das Arbeitseinsatzlager Garzau überstellt. Im Juli 1941 gelang es ihm, die schwere Tätigkeit auf dem Garzauer Gut hinter sich zu lassen und eine Arbeit bei Schneidermeister Kregel in der Großen Straße 24 in Strausberg aufzunehmen. Seine Wohnung befand sich gegenüber in der Großen Straße 61. Dort wurde er am 27. Februar 1943 verhaftet und nach Auschwitz verbracht, wo er am 25. August 1943 ermordet wurde.
Ihm, dem ehemaligen Insassen des Garzauer Zwangsarbeiterlagers gedachten die Mitglieder der Geschichtswerkstatt Rehfelde besonders, als sie am 9. November in Strausberg an der Gedenkveranstaltung zu Ehren der Opfer der Pogromnacht am ehemaligen jüdischen Friedhof nahe der Fähre teilnahmen.
 

Foto zur Meldung: Vor 80 Jahren
Foto: Vor 80 Jahren

Nicht „nur“ Fontane

(05.11.2018)
(GS) „Ohne Fontane geht 2019 nichts“, so titelte die MOZ am 30. Oktober auf ihrer Kreisseite zum Erscheinen der 26. Ausgabe des Jahrbuchs Märkisch-Oderland. Berechtigterweise bildete der 200. Geburtstag von Theodor Fontane 2019 den thematischen Schwerpunkt des 111 Seiten umfassenden Heftes. Jedoch verweisen die insgesamt 30 Beiträge darauf, dass in Märkisch Oderland ein recht aktives Völkchen an Autoren existiert, die sich sehr unterschiedlichen interessanten Sachgebieten verschrieben haben.
Zu den Autoren gehören Dr. Erika und Gerhard Schwarz von der Geschichtswerkstatt Rehfelde. Ihr Aufsatz ist dem 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs im Lichte der Rehfelder Ortsgeschichte gewidmet. Er beleuchtet detailliert die Scheinüberfälle im deutsch-polnischen Grenzgebiet in Oberschlesien zwischen dem 31. August und 1. September 1939, unter anderem auf das Zollhaus Hochlinden bei Ratibor, das Forsthaus bei Pitschen und insbesondere den Überfall auf den deutschen Rundfunksender Gleiwitz.
Was sich in der Nacht vor Kriegsbeginn tatsächlich abgespielt hatte, erfuhr die Weltöffentlichkeit erst nach dem Krieg während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und weiterer juristischer Ermittlungen. Die angeblichen „polnischen Provokationen“ waren in Wirklichkeit das Werk der SS. Hitler hatte den Befehl gegeben, einen propagandistischen Anlass zur Auslösung des Krieges zu schaffen, gleichgültig, ob er glaubhaft sei oder nicht. Der Sieger werde – so seine Meinung - später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hätte.
Nach Beendigung der Scheinüberfälle legte die SS Leichen in polnischen Uniformen an den Tatorten ab. Wegen der „konservierten Leichen“, die nach den Anschlägen zurückgelassen werden sollten, erhielt die Maßnahme zur Tarnung die Bezeichnung „Aktion Konservendose“.
Als eine der „Konserven“ war der Rehfelder Kommunist Wilhelm Betke vorgesehen. Gemeinsam mit weiteren Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen hatte ihn die Gestapo für das Vorhaben ausgewählt. Nur zwei dieser Häftlinge überlebten, einer davon Wilhelm Betke. Offensichtlich waren sie nicht „gebraucht“ worden. Nach seinem Rücktransport in das KZ sperrte ihn die SS für acht Monate in Einzelhaft in den Zellenbau. Er sollte an einer Weitergabe von Informationen gehindert werden.
Im Herbst 1944 wurde Wilhelm Betke gemeinsam mit weiteren hunderten seiner Kameraden in die „SS-Sturmbrigade Dirlewanger“ – eine sogenannte Frontbewährungseinheit – rekrutiert. Nach einer kurzen Ausbildung in der Slowakei wurde seine Einheit kurzfristig an die ungarische Grenze verlegt. Am 12. Dezember 1944 lief Wilhelm Betke zur Roten Armee über.
Nach elf Jahren KZ-Haft, kurzem Fronteinsatz und anschließender russischer Kriegsgefangenschaft kehrte Wilhelm Betke Anfang September 1945 in seinen Heimatort Rehfelde zurück. Es war für ihn selbstverständlich, sich sofort am Wiederaufbau und der Neugestaltung des Dorfes zu beteiligen.
Aus Anlass des 60. Jahrestages des Überfalls auf Polen durch Nazi-Deutschland widmete die Gedenkstätte Sachsenhausen 1999 den in die „Aktion Konservendose“ involvierten Häftlingen des KZ Sachsenhausen, darunter Wilhelm Betke, eine Ausstellung unter dem Titel „Der Führer braucht einen Kriegsgrund“.
 
Der ausführliche Beitrag ist nachzulesen in „Jahrbuch 2019“, erhältlich für 8 € in allen Tourist-Informationen.
 

Foto zur Meldung: Nicht „nur“ Fontane
Foto: Nicht „nur“ Fontane

Wer waren meine Vorfahren?

(01.03.2018)

(HGH) „Für Zeiten vor dem Jahre 1650 wird es schwer, Informationen zu seinen Ahnen zu finden. Im 30-jährigen Krieg wurden de facto die bis dato gemachten Aufzeichnungen vernichtet.“ So lautete die Botschaft von Gerhard Schwarz am gestrigen Abend im Rehfelder Bürgersaal in der neuen Gesprächsreihe „Im Dialog“ zu dem Thema: „Wer waren meine Ahnen – Der Weg zum persönlichen Stammbaum“ für jene, die mit ihrer Ahnenforschung in diese zeitlichen Dimensionen bereits vorgedrungen sind.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, in die Familienforschung einzusteigen, dem sollte bewusst sein, dass auf dem Weg zum umfassenden Familienstammbaum über mehrere Generationen vor allem in Jahren gemessen viel Zeit von Nöten ist, um aus mannigfachen Quellen, von unterschiedlichsten Behörden und Archiven entsprechende Stammbaum-Informationen postalisch oder vor Ort zu erlangen.

Mit der heute möglichen Nutzung des Internet und dem Einsatz von Software zur Erfassung, Strukturierung und Verwaltung von Daten stehen gute Werkzeuge zur Verfügung. Aber jede aufzunehmende Information muss auch erst einmal ermittelt werden.

Nicht zu unterschätzen bei der Hobby-Forschung ist auch der finanzielle Aufwand, denn die Auskünfte werden als Dienstleistung entsprechend in Rechnung gestellt. Eine große Hürde dürfte auch das Lesen der in den vergangenen Jahrhunderten angewandten Schriften und deren persönliche Ausformung durch die Schreiber sein.

Eine komprimierte Fassung der Informationen des gestrigen Vortrages stellt Gerhard Schwarz von der Geschichtswerkstatt e.V. gern allen Interessierten, die richtig in das Thema einsteigen möchten bzw. ihre begonnenen Forschungen weiter führen wollen, auf Anforderung per Mail an tracons@t-online.de zur Verfügung.

 

Das Nachrichtenportal für Brandenburg MOZ.de berichtet unter der Überschrift "Tipps für die Ahnenforschung".
Lesen Sie den Artikel --> hier

Foto zur Meldung: Wer waren meine Vorfahren?
Foto: Gerhard Schwarz beim Vortrag

RBB berichtet über das Buch "Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit"

(27.12.2017)

(IR) In seiner Sendereihe "Jüdisches Leben heute" befasste sich RBB Kulturradio am 22. Dezember 2017, 18.50 Uhr mit dem jüngsten Buch von Erika und Gerhard Schwarz.

Die Autorin Sigrid Hoff berichtet unter dem Titel "Wie jüdische Zwangsarbeiter in Garzau schuften mussten" über das Buch und sprach auch mit der Bürgermeisterin der Gemeinde Garzau-Garzin zu diesem Thema.

Der Beitrag kann hier aufgerufen werden und ist ab Minute 04:56 zu hören.

Foto zur Meldung: RBB berichtet über das Buch "Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit"
Foto: RBB berichtet über das Buch "Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit"

Gedenken bei gefallenen Soldaten

(20.11.2017)

(HGH) Seit 1922 wird der Volkstrauertag als formeller Gedenktag für die Opfer des Ersten Weltkrieges begangen. Die Nationalsozialisten erklärten den Tag zum gesetzlichen Feiertag und deuteten ihn unter dem Namen “Heldengedenktag” zum Anlass für Heldenkult und Kriegsverherrlichung um. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Gedenktag auf den zweiten Sonntag des Kirchenjahres verlegt, um einen klaren Bruch mit der Ideologie der Nationalsozialisten und ihrer Deutung des Gedenktages zu verdeutlichen. In der heutigen Zeit wird am Volkstrauertag den Kriegstoten gedacht und auf eine Zukunft in Frieden appelliert.

Die Gemeinde Rehfelde bittet seit vielen Jahren um die Teilnahme zum Gedenken am Volkstrauertag an der Rehfelder Ruhestätte für gefallene deutsche Soldaten des Krieges 1939 bis 1945. Gestern kamen 20 Bürgerinnen und Bürger bei herbstlich kühlem und windigem Wetter zusammen. Bürgermeister Reiner Donath eröffnete die Gedenkstunde und Gerhard Schwarz erinnerte an Gewaltherrschaft und Tod mit einer Geschichte, die das Leben schrieb. Er trug vor:

„Es ist einen Monat her. Die Teilnehmer einer Veranstaltung im Bürgerzentrum unserer Gemeinde erlebten, wie eine Frau das Wort ergriff und mit ihren Ausführungen die Anwesenden in tiefes Nachdenken versetzte. Ihr Name ist Gisèle Cailloux. Sie ist französische Staatsbürgerin und entstammt einer jüdischen Familie aus Deutschland. Sie berichtete, dass ihre Mutter Hanna Ruth Klopstock 1939 vor der Vernichtung gerettet wurde. Die jüdische Bankiersfamilie Rothschild hatte einen Transport jüdischer Kinder nach Frankreich organisiert. Unter den 132 Minderjährigen befanden sich neben Hanna Ruth auch Rolf Herrmann aus Herzfelde und Norbert Roth aus Bad Freienwalde. Die Mehrzahl dieser Kinder überlebte den Faschismus, oft aber unter unsäglich schweren Bedingungen. Denn der Arm der faschistischen Judenhasser reichte ab 1940 auch bis nach Frankreich und dort bis in dessen unbesetzten Teil. Die Vichy-Regierung beteiligte sich an der Verfolgung der Juden und deren Deportation in die Vernichtungslager.

Nach der Befreiung 1945 begab sich Hanna Ruth Klopstock auf die Suche nach ihren Verwandten in Deutschland. Ihre Hoffnung, noch Überlebende zu finden, war nicht groß. Noch vor ihrer Flucht nach Frankreich war ihr Vater, ein Chemiker in den Deutschen Kabelwerken Fürstenwalde, 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen unter den mörderischen Bedingungen verstorben. Briefen ihrer Mutter Frieda Klopstock entnahm sie, dass ein Großvater 1942 in Theresienstadt ums Leben gekommen war.

Die Mutter, eine kranke Frau, hatte sich in Berlin mehr schlecht als recht durchs Leben geschlagen. Mitte Dezember 1942 schrieb sie klagend der Tochter in Frankreich: „Die Tränen sitzen Gott sei Dank nicht mehr ganz so lose… Und immer wieder muss ich mir sagen: dieses Leben heißt kämpfen; - nicht an Kranksein und sein Herz denken – arbeiten; nicht verzweifeln, nicht etwa träumen und ans Gestern denken – „immer vorwärts“ musst Du streben, nie ermüdet stille stehen – nur dann wird der Allmächtige Dich retten und Dir beistehen… Ich bete täglich zu meinem allmächtigen Gott er möchte mich und Deinen Bruder Werner weiterhin behüten, damit wir dich wiedersehen können, mein Herzchen. Und kommt es anders - wenn nur mein lieber Werner gerettet werden kann! Sorge für ihn, mein geliebtes Kind, und halte dich weiter so tapfer. … Ich werde bis zuletzt um dich kämpfen! In Liebe, ich umarme dich, deine Mutter.“

Anfang Februar 1943 informierte dann Werner, der noch immer Zwangsarbeit auf dem Rittergut Garzau verrichtete, seine Schwester: „Nun muss ich Dir diesmal leider alleine schreiben, da die Mutti, wie ich jetzt erfuhr, seit voriger Woche nicht mehr zu Hause ist. Für mich selbst war das nicht allzu überraschend, denn die Mutti konnte schon einige Zeit vorher damit rechnen.“

Frieda Klopstock wurde am 3. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie in den Gaskammern erstickt wurde. Zwei ihrer in Berlin lebenden Schwestern wurden im Januar und März 1943 ebenfalls in den Tod nach Auschwitz geschickt. Ein Schwager kam 1944 in Theresienstadt ums Leben.

Werner Klopstock war fast drei Jahre lang Zwangsarbeiter auf dem Rittergut Garzau. Am 1. März 1943 wurde er gemeinsam mit weiteren 1.735 jüdischen Frauen, Männern und Kindern deportiert. Es war derselbe Abgangsbahnhof Berlin-Moabit und dieselbe Wegstrecke nach Auschwitz, die seine Mutter 26 Tage zuvor zurückgelegt hatte. Bei der Ankunft am 2. März selektierte ihn die SS als arbeitsfähig. Anschließend verbrachte sie ihn in das Außenlager Jawischowitz des KZ Auschwitz, wo er in den Steinkohlengruben der Reichswerke „Hermann Göring“ sechs Tage die Woche in den Gruben schuften musste. Sein „normaler“ Arbeitstag begann um 3:30 Uhr und endete um 21:00 Uhr. Schon nach wenigen Wochen Lageraufenthalt war er mit seinem völlig ausgezehrten Körper, kahl rasiertem Kopf und tief eingefallenen Augen nicht mehr wieder zu erkennen. Ganze vier Monate hielt er die Marter des Lagers durch. Sein letztes, aus 43 Worten bestehendes Lebenszeichen an die Außenwelt trägt das Datum vom 18. Juli 1943.

Vor dem Hintergrund dieser ihrer Familiengeschichte und angesichts der jüngsten Rechtsentwicklungen in Frankreich und Deutschland mahnte Gisèle Cailloux mit den Worten von Berthold Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."

Lies Galey mit dem Totengedenken und noch einmal Bürgermeister Reiner Donath mit mahnenden Worten beschlossen die beeindruckende Gedenkstunde.

Foto zur Meldung: Gedenken bei gefallenen Soldaten
Foto: Gerhard Schwarz - Lies Galey - Kranz der Gemeinde Rehfelde

Berliner Zeitung berichtet zur historischen Forschung über Garzau

(20.11.2017)

(IR) In der Hauptstadtpresse hat das neue Buch von Dr. Erika und Gerhard Schwarz über die jüdische Zwangsarbeit auf dem Rittergut Garzau Beachtung gefunden. Der Journalist und Buchautor Andreas Förster, der in seinen Veröffentlichungen sich der Zeitgeschichte widmet, hat in der Berliner Zeitung das Buch unter der Überschrift: „Holocaust - Wie jüdische Zwangsarbeiter in Garzau schuften mussten“ besprochen.

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Foto zur Meldung: Berliner Zeitung berichtet zur historischen Forschung über Garzau
Foto: Stall in Garzau

Geschichte über das Garzauer Rittergut

(31.10.2017)

(IR) Das neue Buch der Rehfelder Autoren  Dr. Erika und Gerhard Schwarz „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“, dass am 05. Oktober 2017 im Rehfelder Bürgersaal vorgestellt wurde, wurde nun auch den Lesern der Märkischen Oderzeitung in einem Artikel unter Überschrift "Weit mehr als Lokalgeschichte" näher gebracht.

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Foto zur Meldung: Geschichte über das Garzauer Rittergut
Foto: Geschichte über das Garzauer Rittergut

Rehfelder Autoren schreiben im Jahrbuch Märkisch-Oderland 2018

(19.10.2017)

(GS) Am 18. Oktober fand die Präsentation des Jahrbuches Märkisch-Oderland 2018 in Seelow statt. Der Einladung des Landrats Gernot Schmidt waren auch Vertreter der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. gefolgt.

Dr. Erika und Gerhard Schwarz hatten mit der Abhandlung über ihr kürzlich erschienenes Buch „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“ zum Gelingen des 25. Jahrgangs des Jahrbuches beigetragen.

Die Arbeit beider Autoren fand aufgrund ihres wissenschaftlichen Wertes und ihrer Sorgfalt sowohl während der Buchvorstellung als auch während des anschließenden Gedankenaustauschs außerordentliche Würdigung.

Hobbyhistoriker aus der Region stellten Fragen zum Zustandekommen des Bandes, zur Thematik und zur Quellenlage. Der Vertreter des Heimatvereins Altlandsberg war überrascht, zu hören, dass auf dem Gut Altlandsberg ein ähnliches jüdisches Zwangsarbeitslager existierte wie auf Garzau. Für die beiden Rehfelder Autoren war es selbstverständlich, dass sie ihm ihre Unterstützung bei seinen künftigen Forschungen zusagten.

Der Landrat hat dazu auch eine Presseerklärung herausgegeben – siehe weitere Informationen: Downloads

[Pressemitteilung 90/2017 MOL]

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Foto: Rehfelder Autoren schreiben im Jahrbuch Märkisch-Oderland 2018

Und plötzlich waren sie weg

(09.10.2017)

(HGH) Das Schicksal von jüdischen Zwangsarbeitern, die von Ende 1939 bis Ende Februar 1943 zur Erfüllung der Produktionsauflagen und zur Profiterzielung auf dem Rittergut Garzau ausgebeutet wurden, haben die Rehfelder Autoren Dr. Erika und Gerhard Schwarz erforscht und die Ergebnisse in ihrem neuen Buch „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“ vorgelegt.

Ihre wissenschaftlichen Studien führten über Fürstenwalde, Berlin, Zürich, London und Paris bis nach New York. Aus Archivdokumenten konnte die Adresse von noch lebenden Verwandten des Garzauer Zwangsarbeiters Werner Klopstock ermittelt werden. Seine Nichte, die heute in Paris lebende Gisèle Cailloux und ihr Mann Jean-Louis Cailloux waren bei der Buchvorstellung im Rehfelder Bürgersaal am vergangenen Donnerstag herzlich begrüßte Gäste.

Dr. Erika Schwarz dankte allen Sponsoren, die das Projekt ermöglicht haben und bedauerte gleichzeitig, dass die Gemeindevertretung Garzau-Garzin kein Interesse zeigte. Bei der Lesung von zwei Auszügen wurden das Rittergut mit dem Gutsherrn Hans von Rohrscheidt und das Leben der jüdischen Zwangsarbeiter erlebbar dargestellt.

Gisèle Cailloux dankte den Autoren für ihre Arbeit, die die Erinnerung an das Leben ihrer Familie wachhält. Sie verwies auf rechtsradikale Tendenzen in ihrer Heimat und sieht mit Sorge die Entwicklung in Deutschland. Mit dem Buch ist zur rechten Zeit eine Schrift entstanden, die viele Leute lesen mögen.

In einem Redebeitrag aus dem Publikum wurden die Darstellungen im Buch angezweifelt und darauf verwiesen, dass eine Anwesenheit von jüdischen Zwangsarbeitern auf dem Rittergut im Dorf nicht bekannt war. Dem entgegen steht die Erinnerung einer Garzauer Anwohnerin, die auf die Frage zur Verweildauer der Juden in Garzau den Autoren antwortete: „Und plötzlich waren sie weg“. Gerhard Schwarz entgegnete dem Redebeitrag, dass jegliche Darstellungen mit Archivquellen belegt und für jedermann somit nachprüfbar sind. Die Forschung führte auch bis an die an Grenze der psychischen Belastung der Autoren.

„Ein Kapitel Dorfgeschichte ist wieder lebendig geworden“ - darauf verwies Prof. Dr. med. Jürgen Reimann - der Initiator des Wiederaufbaus der Garzauer Feldsteinpyramide - und betonte, dass es wichtig ist, Geschichte zu bewahren, sie nicht zu verdrängen, auch wenn es für Zeitzeugen oftmals peinlich ist.

Die Autoren boten der Gemeinde Garzau-Garzin ihre Expertise an, diesem Geschichtskapitel an öffentlicher Stelle zu gedenken.

Das Buch ist im einschlägigen Buchhandel erhältlich und auch online beim Verlag Hentrich&Hentrich oder bei Amazon zu bestellen.

 

Bilder von der Veranstaltung --> hier

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Foto: Oben: Dr. Erika Schwarz, Gerhard Schwarz Unten: Uta Hülstoff-Dupuy, Gisèle Cailloux (v.l.)

Sind Sie auch schon neugierig?

(17.07.2017)

(GS) Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Verlag für jüdische Kultur und Zeitgeschichte Hentrich&Hentrich eine Vorankündigung seines Herbstprogramms 2017.

Unter den 25 zu erwartenden Neuerscheinungen befindet sich das Buch der Mitglieder der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. Erika und Gerhard Schwarz „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“ mit einem Geleitwort des Gründungsdirektors des Centrums Judaicum – Neue Synagoge Berlin, Dr. Hermann Simon.

Im Ankündigungstext für das Buch heißt es:

Garzau, östlich von Berlin, ist weit über die lokalen Grenzen hinweg durch den preußischen Kartografen Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau (1743–1806) bekannt. Auf dem Areal seines Rittergutes hatte der General einen Landschaftsgarten errichten lassen. Heute zeugt lediglich die 2010 rekonstruierte, ursprünglich als Grabmal gedachte größte Feldsteinpyramide Deutschlands noch von der einstigen Blütezeit des Parks. Die wenigsten der zahlreichen Besucher dürften um die Verbindung des Anwesens und seiner späteren Eigentümer mit der jüdischen Geschichte Berlin-Brandenburgs wissen. Paul von Rohrscheidt und sein Sohn Hans, beide eng verwandt mit Katia Pringsheim, der Gattin des Nobelpreisträgers Thomas Mann, führten das Gut Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu wirtschaftlichem Aufschwung. Von 1939 bis 1943 mussten auf dem Besitz Jüdinnen und Juden Zwangsarbeit für die Kriegswirtschaft leisten.

Erika und Gerhard Schwarz beschreiben erstmalig das „Jüdische Arbeitseinsatzlager Garzau“, seine Entstehung, Funktion und Verwaltung als Bestandteil der faschistischen Judenverfolgung und rekonstruieren die Biografien der ehemaligen Insassen. Keiner von ihnen überlebte den Holocaust. Die Autoren stützen ihre detektivische Recherche auf einen bisher nicht ausgewerteten Schriftwechsel, der sie von Garzau nach Berlin, Fürstenwalde, Paris, Zürich, London, New York, Tel Aviv und Auschwitz brachte.

Dieses Buch soll auch Anregung zur Erforschung der jüdischen Zwangsarbeit in über 20 anderen Orten Brandenburgs sein.

 

Die Vorstellung des Buches in Rehfelde erfolgt am 5. Oktober 2017. Der Verlag nimmt auch schon Vorbestellungen entgegen --> hier

 

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Foto: Sind Sie auch schon neugierig?

Neue wissenschaftliche Publikation angekündigt

(24.02.2017)

(GS) Auf ihrer Jahreshauptversammlung am 23. Februar 2017 zog die Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. eine sehr positive Bilanz ihrer Tätigkeit im zurückliegenden Jahr. Mehrere Diskussionsrunden zu orts- und regionalgeschichtlichen Themen sowie ein umfangreicher Meinungsaustausch mit Historikern und Geschichtsinteressierten aus verschiedenen Teilen Deutschlands zeugten davon, dass das Rehfelde-Buch noch immer große Resonanz über die Grenzen der Gemeinde hinaus findet. Hervorgehoben wurde die besondere Kompetenz der Geschichtswerkstatt bei der wissenschaftlichen Beurteilung von Fragen der Ortsgeschichte, bei der Begleitung von Gremien, Vereinen und Institutionen und bei der Beratung von Ortschronisten. In der Gemeinde engagierte sie sich u.a. bei der Erstellung der beiden neuen Tourismus-Flyer und bei der Durchführung gemeindlicher Veranstaltungen.

Sehr breiten Raum nahm die Diskussion zu neuen Forschungsthemen des Vereins ein. Nach mehr als dreijährigen intensiven Recherchen über Kontinente hinweg wurde die Arbeit am Manuskript für eine neue wissenschaftliche Publikation mit dem Titel „Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit“ abgeschlossen. Erstmalig wird damit in Brandenburg die Geschichte eines derartigen jüdischen Zwangsarbeiterlagers näher untersucht. Die Vorstellung des Buches ist für Anfang Oktober 2017 vorgesehen. Sie wird einen Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben Rehfeldes darstellen, da u.a. mit internationaler Präsenz zu rechnen ist.

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Foto: Neue wissenschaftliche Publikation angekündigt

Neue Tourismusbroschüren erschienen

(02.11.2016)

(HGH) Seit heute können sich die Besucher der Gemeinde im Tourismuspavillon am Bahnhof anhand der neuen, kleinen und kompakten 24-seitigen Broschüren über die Rehfelder Wanderwege und die hiesigen touristischen Highlights informieren. Eine Redaktionsgruppe des Arbeitskreises Rehfelder Tourismus, der Geschichtswerkstatt und der Rehfelder Heimatfreunde hat dieses Material im Layout der Tourismusregion Märkische Schweiz mit Unterstützung des Kultur- und Tourismusamtes Märkische Schweiz erarbeitet. Die Herausgabe wurde auch von der Euroregion VIADRINA gefördert.

Ein herzliches Dankeschön der Akteure gilt den Fotografen für die ausdrucksstarken Bilder, den Übersetzern für die Bearbeitung der anspruchsvollen Texte und allen denen, die mit Rat und Tat das Projekt begleitet und unterstützt haben.

Für die Gäste aus Nah und Fern werden die Informationen auch in polnischer und englischer Sprache angeboten. Mit der Bereitstellung der Broschüren in den Tourist-Informationen der Region, der Präsentation des Materials auf touristischen Ausstellungen und Messen und auch bei den polnischen Nachbarn an der Ostbahn kann für „Rehfelde – Das Grüne Tor zur Märkischen Schweiz“ damit geworben werden.

[Broschüre Wandern - deutsch/englisch]

[Broschüre Wandern - deutsch/polnisch]

[Broschüre Streifzug - deutsch/polnisch]

[Broschüre Streifzug - deutsch/englisch]

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Foto: Neue Tourismusbroschüren erschienen

Schlossgespräch mit Blick auf Rehfelde

(19.02.2016)

(IR) Die Märkische Online Zeitung weist gestern in einer Mitteilung darauf hin, dass die Rehfelder Erika und Gerhard Schwarz ihr Buch "Rehfelde - Ein Dorf auf dem Barnim" im Rahmen der Veranstaltungsreihe Trebnitzer Schlossgespräche am 26. Februar um 19:00 Uhr vorstellen werden.

Lesen Sie die Ankündigung --> hier

Foto zur Meldung: Schlossgespräch mit Blick auf Rehfelde
Foto: Schlossgespräch mit Blick auf Rehfelde

Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg

(16.11.2015)

(HGH) Die Trauerhalle auf dem Rehfelder Friedhof war bis auf den letzten Platz gefüllt. Bürgermeister, Gemeindevertreter, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, Bürgerinnen und Bürger und die Landtagsabgeordnete Simona Koß fanden trotz Regen den Weg zur Gedenkstunde.

Auch in diesem Jahr wurde in der Gemeinde am Volkstrauertag an die Opfer von Gewalt und Krieg gedacht, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker, an die Soldaten, die in den Weltkriegen starben, an die Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Gedacht wurde derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten oder einer anderen Rasse zugerechnet wurden. 

Getrauert wurde um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege und von Flucht und Vertreibung in diesen Tagen, ganz aktuell an die Opfer von Terror und Gewalt am vergangenen Freitag in Paris.

In einer würdigen Gedenkstunde trug Frau Galey ein Gedicht zum Volkstrauertag vor und sprach das Totengedenken. Bürgermeister Reiner Donath hielt die Gedenkrede.

Gerhard Schwarz führte in zwei Ansprachen zu den "Folgen des Krieges" und "Aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters" - siehe Downloads - die Toten und das Leid des 2. Weltkrieges in unserer Gemeinde eindrucksvoll vor Augen.

Mit drei Musikstücken umrahmte die 9-jährige Marlena Gellert an der Violine das Gedenken, das mit der Kranzniederlegung am Gedenkstein auf dem Rehfelder Friedhof endete.

[Gerhard Schwarz - Folgen des Krieges - Aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters]

Foto zur Meldung: Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg
Foto: Oben: Marlena Gellert - Lies Galey - Gerhard Schwarz (v.l.)

Nur gut, dass es das Rehfelde-Buch gibt

(09.11.2015)

(GS) Und nur gut, dass dessen zweite Auflage erschienen ist. Das stellte die Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. erneut im Zusammenhang mit einer Anfrage fest, die uns jüngst erreichte.

Gegenstand war die Deutsche Holzplattenfabrik Rehfelde und deren Nachfolger, die J. Brüning & Sohn. Ihre Geschichte, so erwies sich, interessiert nicht nur die Einwohner unserer Gemeinde. Ein Nachfahre eines Aufsichtsratsmitglieds der J. Brüning & Sohn der frühen 1920er Jahre forscht über das Leben seines Großvaters. Da durfte die Tätigkeit des Tochterunternehmens in Rehfelde nicht fehlen.

Auf der Internetseite der Gemeinde wurde eine entsprechende Anfrage an die InternetRedaktion eingestellt. Der Fragesteller wurde so auf die Geschichtswerkstatt und die Ergebnisse ihrer langjährigen Recherchen aufmerksam. Das von der Geschichtswerkstatt empfohlene Rehfelde-Buch hatte er sich schnell beschafft. Und bereits nach dem Studium des Teils „Deutsche Holzplattenfabrik“ fiel sein Urteil über die Publikation, die er als sehr informativ bezeichnete, positiv aus. Daraus entwickelte sich ein angeregter Informations- und Gedankenaustausch, der beiden Seiten zum Nutzen gereicht und dazu beiträgt, die Erkenntnisse über die Geschichte zu vertiefen.

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Foto: Nur gut, dass es das Rehfelde-Buch gibt

Wissenschaftler rezensiert Rehfelde-Buch

(08.10.2015)

(GS) Die Resonanz auf die jüngst erschienene 2. Auflage des Buches "Rehfelde. Ein Dorf auf dem Barnim" der Autoren Erika und Gerhard Schwarz ist höchst erfreulich.

Einwohner, Geschichtsinteressierte und Wissenschaftler bestätigen das durch ihre Anfragen und Zuschriften. Sie und nicht zuletzt die jüngste Rezension des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Dr. Jörg Rösler im JAHRBUCH FÜR FORSCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER ARBEITERBEWEGUNG, 14. Jahrgang – Heft 2015/III (siehe Downloads) ermuntern die Autoren, weiter an dem Thema zu arbeiten und die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

 

Hinweis

Im Gästebuch Eintrag 87 wurde der Artikel kommentiert.

[Abdruck der Rezension]

Foto zur Meldung: Wissenschaftler rezensiert Rehfelde-Buch
Foto: Wissenschaftler rezensiert Rehfelde-Buch

Projekttag mit der Geschichtswerkstatt

(13.07.2015)

(GS) Seit wann existiert das Dorf Rehfelde? Wie viel Straßen gibt es im Ort, wann entstanden sie und welche Namen hatten sie? Warum hat Rehfelde so viele Ortsteile? Wie viel Einwohner zählte das Dorf im Laufe der Jahrhunderte? Wie sah Rehfelde früher aus? Hatte der Ort eine Mühle? Diese und unzählige weitere Fragen stellten die Schüler der Klassen 4a und 4b den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. am 13. Juli aus Anlass des Projekttages an der Rehfelder Grundschule.

Auf mehreren Stationen erfuhren die fast 40 Kinder so manches Wissenswertes aus rund 800 Jahren Geschichte Rehfeldes, u. a. über die Rolle des Klosters Zinna, die Schule, die Kirche und das Wappen. Beeindruckend für die Jungen und Mädchen war das Standardwerk der Geschichtswerkstatt zur Historie des Barnimdorfes, das nunmehr in zweiter Auflage erschienen ist.

Wie schon vor einem Jahr stand auch dieses Mal Hannelore Bergemann, eine erfahrene Geschichtslehrerin aus Hohen Neuendorf, dem Verein mit Rat und Tat zur Seite, erarbeitete die Unterrichtskonzeption und bereitete die Arbeitsmappen vor.

Nach vier Stunden wollten die Begeisterung und die Neugier der Schüler noch immer kein Ende nehmen, was die Beteiligten zu dem Schluss kommen ließ, dass ehrenamtliches Engagement ein attraktives Bildungs- und Freizeitangebot bereitstellen und eine Vielfalt von Gelegenheiten für den Wissenserwerb bieten kann. Schule und Geschichtswerkstatt vereinbarten, auch künftig weiter eng zusammenarbeiten und auch 2016 den Projekttag Geschichte durchzuführen.

Foto zur Meldung: Projekttag mit der Geschichtswerkstatt
Foto: Projekttag mit der Geschichtswerkstatt

Das Rehfelde-Buch ist wieder zu haben

(08.07.2015)

(GS) Genau 14 Monate nach Erscheinen der ersten Auflage war das Buch „Rehfelde Ein Dorf auf dem Barnim“ der Rehfelder Autoren Erika und Gerhard Schwarz vergriffen.

Die Nachfrage hingegen ebbte nicht ab. Und es waren nicht nur Einwohner der Gemeinde Rehfelde, die sich förmlich um die Edition rissen. Kommunalpolitiker, Geschichtsinteressierte, Heimatforscher und Lehrer aus Orten weit über die Grenzen des Landkreises Märkisch-Oderland hinaus hatten den Wert der Publikation über die Geschichte Rehfeldes von der Eiszeit bis 1989 mit einem Anhang auf 488 Seiten, Hardcover und 118 Abbildungen für ihre Arbeit und ihr Hobby erkannt und wollten unbedingt in ihren Besitz kommen.

Eine lange Liste von Festbestellungen bewog den renommierten Berliner Verlag Hentrich&Hentrich letztendlich, sich für eine Nachauflage zu entscheiden. Diese liegt nun vor und kann für 29,90 € bei der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. (Tel. 033435-76136 bzw. Mail: tracons@t-online.de), im Tourismuspavillon am Bahnhof Rehfelde und im Buchhandel (ISBN 978-3-95565-028-5) erworben werden. 

Foto zur Meldung: Das Rehfelde-Buch ist wieder zu haben
Foto: Das Rehfelde-Buch ist wieder zu haben

Zeitzeugen des Krieges berichteten

(10.05.2015)

(HGH) Offene, ehrliche und erschütternde Berichte von Zeitzeugen, die vor 70 Jahren das Ende des Krieges in Rehfelde erlebt haben, wurden am Freitagabend im Bürgersaal aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus vorgetragen.

Dr. Erika Schwarz führte in die Lesung mit einer geschichtlich-historischen Darstellung der Kapitulation Deutschlands und seiner asiatischen Verbündeten ein, zeigte für die vier Nachkriegsgenerationen die unterschiedlichen Reflektionen vom Erleben bis zum Hören-Sagen auf und stellte die unermesslichen Opferzahlen des Krieges dar.

Die Situation während des Drittes Reiches hier in Rehfelde vor Ort schilderte Gerhard Schwarz mit konkreten Zahlen und Fakten. Er benannte die Zustimmung der Bürgerschaft zum NS-Regime anhand von Wahlergebnissen, die stetige Entwicklung der Mitgliederzahlen in der Rehfelder NSDAP, die Beteiligung der Firmen Goede und Römmler an der Kriegsproduktion und die Ausbeutung von 370 Zwangsarbeitern hier vor Ort. Auch musste festgestellt werden, dass de facto jede Rehfelder Familie Verluste infolge des Krieges zu beklagen hatte.

Berichte von Heinz Liss, Hartmut Haube und Otto Parels sowie ein Brief von Lotta Przybyt – vorgetragen von Mitgliedern der Geschichtswerkstatt e.V. - illustrierten den Besuchern der Lesung das vergangene Geschehen vor sieben Jahrzehnten. Nachstehend seien ein paar Schlaglichter aus den umfänglichen Ausführungen genannt:

Heinz Liss – am Kriegsende 18 Jahre alt - wurde 1944 zum Flakhelfer gemacht und auch noch in Bernau gemustert. Nach dem Krieg im November 1945 beginnt das Leben wieder mit wöchentlichen Tanzveranstaltungen und schon 1946 konnte die eigene Ernte eingebracht und das erste eigene Schwein geschlachtet werden.

Hartmut Haube – Jahrgang 1932 - berichtete über die Aufnahme von Flüchtlingen und Pferden aus Sitzing/Oderbruch und die moralische Abstumpfung der Heranwachsenden, die die vielen toten Menschen nur als Gegenstände betrachtet haben.

Otto Parels – Pfarrer in Rehfelde – schilderte seine Flucht mit dem Treck bis Schwerin, die Begegnungen mit Russen und Amerikanern und den guten Besuch der Gottesdienste in der Nachkriegszeit, zu den bereits wieder am 13. Mai in Rehfelde gerufen wurde.

Lotta Przybyt – 23 jährige polnische Fremdarbeiterin – schreibt in einem Brief über den Verlust ihrer Jugend, ihren Schweiß und ihr Blut, mit der die Rehfelder Erde getränkt ist.

Bürgermeister Reiner Donath erinnerte daran, dass die Ursache für das entsetzliche Leid der Völker, die Millionen Toten aller Nationen die Machtübernahme des Faschismus am 30. 01. 1933 war. Er mahnte, dass der 8. Mai auch ein Tag des Nachdenkens über den Gang der Geschichte ist und als logische Konsequenz keine Toleranz bei faschistischem Gedankengut und Terror zugelassen werden darf und das Erinnern auch in den kommenden Generationen wachgehalten werden muss.

Auf der Violine erfreute die 9-jährige Manuela Gellert mit drei Musikstücken zum Abschluss der Lesung die Zuhörer.

Mit herzlichem Dank an die Akteure von der Geschichtswerkstatt e.V. ging ein beeindruckender Abend in das Gedächtnis aller Besucher ein.

 

Foto zur Meldung: Zeitzeugen des Krieges berichteten
Foto: Gerhard Schwarz, Hartmut Haube, Heinz Liss, Dr. Erika Schwarz (v.l)

70. Jahrestag der Befreiung - Verdient die Geschichte einen Schlussstrich?

(22.04.2015)

(GS) April 1945. Das zurückliegende Osterfest wollte keine richtige Festtagsstimmung aufkommen lassen, obwohl Pfarrer Otto Perels in Rehfelde und einigen umliegenden Dörfern Gottesdienste abhielt. Schon Wochen zuvor vernahmen die Rehfelder den Kanonendonner aus Richtung Osten, sahen das emsige Treiben der rückwärtigen Dienste der deutschen Wehrmacht am Bahnhof, in den Kolonien und im Dorf und spürten, dass die letzten Stunden des „Dritten Reichs“ nahten. Goebbels setzte seinen Propagandafeldzug unvermindert fort und verkündete: "Wir müssen jetzt wie Friedrich der Große denken und handeln. Aber wenn wir untergehen sollten, dann wird mit uns das ganze deutsche Volk untergehen, und zwar so ruhmreich, daß selbst noch nach 1000 Jahren der heroische Untergang der Deutschen in der Weltgeschichte an erster Stelle steht." 

Die Angst griff um sich vor dem was kommen wird, vor der Roten Armee, die sich möglicherweise rächen wird für die Verbrechen, die in deutschem Namen in der Sowjetunion begangen wurden. Dem angekündigten Räumungsbefehl folgend floh die Mehrzahl der Einwohner Rehfeldes am 19. April vor der nahenden Front. Einen Tag später folgten ihnen weitere Bewohner insbesondere aus den Kolonien.

Als der 21. April 1945, ein Sonnabend, anbrach weilten nur noch wenige Menschen im Ort. Sie erlebten, wie in den frühen Morgenstunden Einheiten der 1. Belorussischen Front unter Marschall Shukow die Gemeinde besetzten. Haus für Haus wurde von den Rotarmisten nach deutschen Soldaten und nach Angehörigen des Werwolf durchsucht. Von diesem Tag an, 17 Tage vor der Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde durch Vertreter der deutschen Wehrmacht, veränderte sich das Leben grundsätzlich. Es gab kaum jemand in diesem Land, der nicht beschwor, nie wieder ein Gewehr in die Hand zu nehmen.

Das war im Jahre 1945. Und heute, 70 Jahre später meint die Mehrzahl der Bürger Deutschlands bewusst oder unbewusst, dass die Geschichte endlich einen Schlussstrich verdiene. Viele halten es nicht mehr für zeitgemäß, jenen Völkern aller Kontinente und insbesondere dem der Sowjetunion zu gedenken und zu danken, die den entscheidenden Beitrag zum Niederringen des Hitlerfaschismus geleistet haben. Mehr noch. Breite mediale Manipulation und Desinformation bewirken einen immer stärkeren Ruf nach Waffen, um "Humanitäre Katastrophen", was und wo auch immer diese sein sollen, zu bekämpfen und friedenserhaltende Maßnahmen, zur Not mit "robustem Mandat", durchzuführen. Bedrohlich ist der Verfall jener antifaschistischen Einsichten und demokratischen wie toleranten Ansätze, die in den Nachkriegsjahrzehnten in Ost wie West sich mühsam durchsetzten.

Gerade für uns Deutsche bleibt es Pflicht, uns der Lehren dieses Krieges bewusst zu bleiben. Wir haben noch einige Rechnungen zu begleichen. Dass das die Generationen der Nachgeborenen tun müssen, liegt an denen, die die Konten in den vergangenen Jahrzehnten nicht beglichen und von der „Bewältigung der Vergangenheit“ mehr geschwätzt als für sie getan haben. Um so verwunderlicher ist, dass neben emphatischen Friedensappellen erneut die Forderung deutscher Regierender nach dem Einsatz von Waffen steht.

Daher ist die Losung „Nie wieder“ heute genau so aktuell, wie vor 70 Jahren.

Foto zur Meldung: 70. Jahrestag der Befreiung - Verdient die Geschichte einen Schlussstrich?
Foto: 70. Jahrestag der Befreiung - Verdient die Geschichte einen Schlussstrich?

Straßenlexikon für Rehfelde

(19.12.2014)

(HGH) Am gestrigen Abend fanden viele Rehfelder den Weg in den Bürgersaal, um bei der Vorstellung des neuen Buches „Rehfelde Die Geschichte seiner Straßen“ dabei zu sein. Erika und Gerhard Schwarz haben nach einem Jahr mit diesem Buch einen Ergänzungsband zu ihrem umfassenden Werk „Rehfelde Ein Dorf auf dem Barnim“ vorgelegt.

In dem ersten Kapitel stellen die Autoren „Rehfelde im Netz alter Straßen auf dem Barnim“ dar. Eine Urkunde aus dem 13. Jahrhundert erwähnt eine „via vetus“, die von Köpenick nach Wriezen über die spätere Rehfelder Gemarkung führte. Hinweise, dass diese Straße durch die hiesige Gegend verlief, sind auch seit vorigem Jahr auf einer Informationstafel im Strausberger Ortsteil Hohenstein zu finden. Interessierte Touristen, die mit wachem Blick die Landschaft durchstreifen, nehmen solche geschichtlichen Informationen gern auf. Insofern könnte eigentlich auch ein „via vetus“-Weg in das Wanderwegenetz der Gemeinde eingebunden werden.

Das umfassende Rehfelder Straßenlexikon ist im 2. Kapitel zu finden. Alle verfügbaren Informationen zu den 71 Straßen, die in ihrer Geschichte insgesamt 153 Namen hatten, haben die Autoren darin dargestellt. Der Bau der Ostbahn mit der Besiedlung Rehfeldes, die Umbenennung der Straßen im Dritten Reich und die Tilgung der faschistischen Namen nach 1945 führten zu dieser Namensvielfalt.

Eine Chronik Rehfeldes über einen Zeitraum von 20.000 Jahren und die exakte Darstellung des Rehfelder Wappens im Anhang runden die Darstellungen ab.

In der angeregten Aussprache wurde u.a. der Straßenzustand angesprochen. Noch bis in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts konnten die Bürger ihre schlamm- und dreckbehafteten Schuhe, die auf dem Weg zum Bahnhof bei entsprechendem Wetter in diesen Zustand versetzt wurden, vor einer Fahrt nach Berlin im Bahnhof deponieren. Dass die Nummerierung der Grundstücke mit Hausnummern erst in den Jahren von 1945 bis 1949 erfolgte, hat bei manchem Besucher Erstaunen ausgelöst.

Thomas Friedel und Bürgermeister Reiner Donath dankten unter starkem Beifall den Autoren für ihre Arbeit. Rehfelde hat ein weiteres Alleinstellungsmerkmal mehr, denn welche Kommune kann schon eine ähnliche Dokumentation zu ihren Straßen vorweisen.

Das Buch kann sofort über die Geschichtswerkstatt e.V., den Buchhandel (ISBN 978-3-95565-078-0) oder ab Januar 2015 im Tourismuspavillon erworben werden. 

Foto zur Meldung: Straßenlexikon für Rehfelde
Foto: Erika und Gerhard Schwarz bei der Buchvorstellung (oben links)

Eine Geschichtsstunde mal anders

(16.05.2014)

(GS) In 45 Minuten an neun Stationen durch rund 800 Jahre Geschichte Rehfeldes. Das erlebten die Schüler der 6. Klassen der Grundschule Rehfelde am 12. Mai 2014. Geboren wurde die Idee auf der Jahreshauptversammlung der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. im Januar, als über die Resonanz auf das Buch der Vereinsmitglieder Dr. Erika und Gerhard Schwarz „Rehfelde-Ein Dorf auf dem Barnim“ beraten wurde. Immerhin hatte sich der Verein bei seiner Gründung die Aufgabe gestellt, durch seine Tätigkeit auch die Volksbildung zu fördern und junge Menschen für das Werden und Sein ihres Heimatortes zu begeistern.

Engagiert und begierig durchwanderten die 40 Schüler geistig die einzelnen Stationen der Geschichte Rehfeldes von dessen Gründung bis zur Entwicklung des Dorfes nach 1945. Dabei erfuhren sie so manches Wissenswertes über die Rolle des Klosters Zinna, die Schule, den Bahnhof und die Kirche. Eine persönliche Arbeitsmappe half ihnen, sich zu orientieren und das Gehörte aufzunehmen. Dass das Vorhaben zu einer unverwechselbaren Unterrichtsstunde geriet, war Hannelore Bergemann, einer dem Verein verbundenen, erfahrenen Geschichtslehrerin aus Hohen Neuendorf zu verdanken. Sie hatte nicht nur die Unterrichtskonzeption erarbeitet und die Materialien vorbereitet, sondern auch die Schulstunden geleitet.

Das Fazit aller Beteiligten war einhellig. Die Schule und die Geschichtswerkstatt werden künftig enger zusammenarbeiten. Denn ehrenamtliches Engagement kann ein attraktives Bildungs- und Freizeitangebot bereitstellen und eine Vielfalt von Gelegenheiten für den Wissenserwerb bieten. 

Foto zur Meldung: Eine Geschichtsstunde mal anders
Foto: Eine Geschichtsstunde mal anders

Fachwelt horcht auf

(19.03.2014)

(GS) Die Resonanz auf das Buch „Rehfelde – Ein Dorf auf dem Barnim“, das mussten die Autoren wieder erkennen, ist nicht nur an der Zahl der verkauften Exemplare zu messen. Mindest ebenso bedeutsam ist die mündliche und schriftliche Reaktion all derjenigen, an die sich die Darstellung richtet. Und das sind sowohl die Rehfelder als auch Menschen aus der Region, aber auch die Fachwelt. Und die ist bislang durchweg positiv. Und nicht nur das.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, die sich gegenwärtig u. a. mit der preußischen Schulgeschichte befasst, wurde auf das Rehfelde-Buch und die darin beschriebene Rehfelder Schulgeschichte mit ihren Details und Quellenangaben aufmerksam.

Das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin erwarb das Buch, da die Entwicklung Rehfeldes von 1945 bis 1948 und dort insbesondere das Wechselverhältnis zwischen Sowjetischer Militäradministration (Kommandantur) und örtlicher Verwaltung aufschlussreich dargestellt wird.

Mitte des Jahres wird im "Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands", der Zeitschrift für vergleichende und preußische Landesgeschichte, die im Auftrag der Historischen Kommission zu Berlin herausgegeben wird, eine wissenschaftliche Rezension erscheinen mit dem Hinweis darauf, dass hier beispielhaft Orts- und Regionalgeschichte betrieben wird.

Noch ist das Buch auch im Tourismuspavillon am Bahnhof zu erwerben.

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Foto: Buch-Cover

Rehfelder Chronik auf der Leipziger Buchmesse

(31.01.2014)

(IR) Das kürzlich erschienene Buch „Rehfelde Ein Dorf auf dem Barnim“ der Rehfelder Autoren Erika und Gerhard Schwarz hat große Resonanz gefunden. Fast zwei Drittel der ersten Auflage sind verkauft. Auch das Kauf-Angebot im Tourismuspavillon am Rehfelder Bahnhof wurde von zahlreichen Interessierten genutzt. Der Verlag HENTRICH&HENTRICH hat das Buch in seinen aktuellen Katalog aufgenommen und stellt es auf der Leipziger Buchmesse im März 2104 einem breiten Publikum vor. Die Leserin Hannelore Bergemann aus Hohen Neuendorf hat der InternetRedaktion folgende Zuschrift zu dieser dokumentarischen Chronik von der Eiszeit bis zur Wende zugesandt:

„Die Note 1 für das kürzlich erschienene Buch „Rehfelde. Ein Dorf auf dem Barnim“. Ich lebe zwar nicht dort, doch verknüpft mich eine jahrzehntelange Freundschaft zu den Autoren Erika und Gerhard Schwarz mit ihm. Einmal durfte ich sogar beim Quellenstudium helfen. Ergebnis mehrerer Lesestunden: Eine kurze Notiz von wenigen Zeilen über die Gründung der Feuerwehr. Gar nicht zu überblicken, wie viele Tage, Wochen, Monate, selbst Jahre für die Materialsuche dem eigentlichen Schreiben vorausgingen, denn auf jeder der rund 450 Seiten erfährt man etwas über große und kleine, örtliche und regionale Seiten.

Ich habe noch längst nicht alles gelesen, mir zunächst nur themenbezogene Kapitel herausgesucht. Dennoch möchte ich anregen, auch all das noch zu veröffentlichen, was aus Platzgründen keine Aufnahme in dem Buch fand, für die Rehfelder aber von größtem Interesse sein dürfte. Besonders denke ich dabei an die Geschichte der Straßen.

Wer nun aber glaubt, dass „Rehfelde. Ein Dorf auf dem Barnim“ nur für einen bestimmten Leserkreis interessant sei, der irrt. Von der Vielseitigkeit des Buchinhalts kann sich jeder selbst überzeugen. Dorfkrug, Mühlenbau, Turmuhr, Bahnhaltepunkt, Bomben auf Rehfelde oder MTS-Dorf sind Stichworte, die exemplarisch für viele sein dürften.“

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Foto: Buch-Cover

Hat Rehfelde dieses Buch verdient?

(05.12.2013)

(HGH) Der Bürgersaal war am gestrigen Abend bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Vorstellung des Buches von Erika und Gerhard Schwarz „Rehfelde – Ein Dorf auf dem Barnim“ fand das Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger. Die Autoren legten ein in privater Initiative entstandenes Werk vor, das von der Idee bis zur Auslieferung in einem Zeitraum von 18 Jahren bearbeitet wurde. In dem knapp 500 Seiten starken Buch wird die Geschichte von der Eiszeit bis zur politischen Wende 1989 behandelt.

Erika Schwarz dankte den Sponsoren für die finanzielle Unterstützung, vielen Rehfeldern für Dokumente, Bilder und Interviews und hob die wissenschaftliche Begleitung durch ausgewiesene Fachleute sowie die Unterstützung des Projektes durch Bürgermeister Reiner Donath hervor.

Die intensiven Forschungsarbeiten brachten auch neue Erkenntnisse, so u.a. dass die Gründung Rehfeldes ein Ergebnis des Eroberungszuges der Wettiner am Beginn des 13. Jahrhunderts war und dass das 80-jährige Schuljubiläum zwei Jahre zu früh gefeiert wurde.

Mit der Lesung von zwei Auszügen konnten die Gäste im Saal hören, wie im Buch die große Weltgeschichte auf „Rehfelde im Barnim“ reflektiert wird und wie Lebensbilder von einzelnen Personen gezeichnet werden.

Auf die Frage in der Überschrift – aufgeworfen in der Diskussion – hat ein Gast geantwortet, dass Geschichte überall stattfindet und große Geschichte jeden trifft. Geschichte erforschen, aufschreiben und darlegen, wie sie „unten“ ankommt, ist immer interessant. Für Rehfelde ist eine wertvolle Schrift entstanden.

Das Buch kann im einschlägigen Buchhandel, per online-Shop oder zukünftig im Tourismuspavillon erworben werden.

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Foto: Hat Rehfelde dieses Buch verdient?

Rehfelde-Buch liegt vor

(20.11.2013)

(IR) Die Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. kündigt das Erscheinen des Buches "Rehfelde Ein Dorf auf dem Barnim" der Autoren Erika und Gerhard Schwarz an. Alle interessierten Rehfelder und Nichtrehfelder sind herzlich zur Buchvorstellung am 4. Dezember 2013 um 19:00 Uhr im Bürgersaal von Rehfelde eingeladen. Die Akteure danken allen, die zum Gelingen der Publikation beigetragen haben.

Das Buch kann während der Buchvorstellung bzw. danach über die Geschichtswerkstatt oder den Buchhandel (ISBN 978-3-95565-028-5) erworben werden.

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Foto: Rehfelde-Buch liegt vor

Von der Eiszeit bis zur Wende

(10.10.2013)

(IR) Unter der obigen Überschrift berichtet die Märkische Oderzeitung / Märkisches Echo über das neue Buch "Rehfelde. Ein Dorf auf dem Barnim". Erika und Gerhard Schwarz haben über 15 Jahre zur Rehfelde Geschichte  geforscht und legen jetzt die Ergebnisse dieser Recherchen in einem umfangreichen Werk vor.

 

Artikel in der MOZ --> hier

Foto zur Meldung: Von der Eiszeit bis zur Wende
Foto: Von der Eiszeit bis zur Wende

TILS eingeweiht

(25.05.2013)

(GS) Obgleich noch nicht abgeschlossen, wurde das grenzüberschreitende Touristische Informations- und Leitsystem (TILS) am 24.5.2013 offiziell eingeweiht. Gastgeber war Obersdorf, OT der Stadt Müncheberg, das erst seit 1948 einen Haltepunkt besitzt, um dessen Fortexistenz seine Einwohner mit Vehemenz ringen.

 

Als die Gemeindevertretung Rehfelde vor fast drei Jahren den Entschluss fasste, sich am TILS zu beteiligen, konnten sich nur wenige das Endergebnis vorstellen.  Heute haben die Rehfelder und nicht nur sie die Stelen, Wegweiser und Schaukästen, die als Teil des TILS allerorts auf dem Gemeindegebiet errichtet wurden, bereits angenommen und betrachten sie als eine Bereicherung für den Ort. Dank gebührt der EU, die 85 Prozent der aufgewendeten Summe als Fördermittel ausreichte. Dank auch der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzów EWIV (IGOB), die das Projekt initiierte, sowie denen, die an seiner Realisierung beteiligt waren. Die Inhalte hat im Auftrag der Gemeinde Rehfelde eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V., der Rehfelder Heimatfreunde e.V. sowie des Arbeitskreises Rehfelder Tourismus erarbeitet.

 

Die MOZ/Lokalausgabe Seelow berichtet vom Bahnhofsfest unter der Überschrift "Die Ostbahn ist unsere Lebensader"

Zum Artikel --> hier

Foto zur Meldung: TILS eingeweiht
Foto: TILS eingeweiht

Von der Eiszeit bis 1989

(22.10.2012)

(GS) Seit fast 15 Jahren recherchieren Historiker und Geschichtsinteressierte aus der Gemeinde in Archiven und Bibliotheken, unternehmen archäologische Erkundungen, führen Fachdiskussionen und Zeitzeugengespräche. Sie haben sich das Ziel gestellt, eine umfassende Geschichte Rehfeldes von der Eiszeit bis 1989 zu erarbeiten.

Um ihrem Schaffen einen neuen Impuls zu verleihen, gründeten sie im Mai 2012 den Verein „Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V.“ Er wird sich u. a. der Herausgabe des Bandes annehmen. Da dies seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt, ist er auf das Verständnis und die Hilfe bei der Aufbringung eines Druckkostenzuschusses angewiesen. Spenden für diesen Zweck sind daher sehr willkommen.

 

Bankverbindung

Sparkasse Märkisch-Oderland

BLZ 170 540 40

Konto-Nr. 200 193 43

Foto zur Meldung: Von der Eiszeit bis 1989
Foto: Von der Eiszeit bis 1989


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