*  Weihnachtsfeier betreutes Wohnen  *     
     *  Kita Fuchsbau: Spende im Stiefel  *     
 
Teilen auf Facebook   Teilen auf Twitter   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Drucken
 

Friedhof Rehfelde

Vorschaubild


Aktuelle Meldungen

Gedenken am Volkstrauertag

(20.11.2018)
(HGH) Auf dem Friedhof Rehfelde wurde am vergangenen Sonntag an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen erinnert.
Die Gemeinde Rehfelde hatte eingeladen, anlässlich des Volkstrauertages an den Gräbern denen zu gedenken, die unsinnig gemordet und gestorben sind.
Nach Musikstück und Begrüßungsworten durch Bürgermeister Reiner Donath erinnerte Gemeindevertreter Gerhard Schwarz, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V., an Schicksale von Soldaten, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die als Opfer des 2. Weltkrieges auf dem Rehfelder Friedhof ihre letzte Ruhe fanden. Er führte in einer beeindruckenden Ansprache aus:
 
„Der Volkstrauertag versteht sich als Tag des Gedenkens an die Opfer beider Weltkriege unabhängig ihrer nationalen Herkunft. Gestatten Sie mir daher, am heutigen Tag all jene Menschen ins Gedächtnis rufen, die infolge der faschistischen Tyrannei zu Tote kamen, nicht die deutsche Nationalität besaßen und zwischen 1942 und 1945 auf diesem Friedhof begraben worden waren.
 
Wir verneigen uns
  • vor drei polnischen Zwangsarbeitern, von denen jedoch nur einer namentlich als Stanislaus Stalinski vermerkt wurde,
  • vor den italienischen Zwangsarbeitern Domenico Gregnanini und Gino Muratori,
  • vor den französischen Kriegsgefangenen René Cariei und Adrian Reaux sowie
  • vor dem tschechischen Zwangsarbeiter Theodor Riedel.
 
Wir verneigen uns auch vor einer Gruppe britischer Militärangehöriger. Wenig konnte bislang über die Umstände ihres Todes in Erfahrung gebracht werden. Und dennoch wollen wir uns heute ihre kurze Geschichte vergegenwärtigen, steht sie doch exemplarisch für hunderttausende Opfer des II. Weltkrieges.
 
Am 3. November 1943 erläuterte der Oberkommandierende der britischen Luftstreitkräfte Arthur Harris seinem Premierminister Winston Churchill Pläne zur finalen Luftschlacht gegen Berlin. Berühmt wurde sein folgender Ausspruch:
„Wir können Berlin von einem Ende bis zum anderen zerstören, wenn sich die Amerikaner daran beteiligen. Es wird uns zusammen 400 oder 500 Flugzeuge kosten. Deutschland aber wird es den Krieg kosten.“
Die Amerikaner lehnten ab. Churchill genehmigte dennoch die Großangriffe der Royal Air Force auf die deutsche Reichshauptstadt.
Diese „Schlacht um Berlin“ begann auf den Tag genau vor 75 Jahren, am 18. November 1943. Bis zum 3. Dezember wurden in fünf Luftangriffen mehr als 2.000 britische Bomber eingesetzt, die fast 9.000 t Bomben warfen. 123 Flugzeuge gingen der Air Force verlustig.
Zum fünften Angriff in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember starteten 473 Flugzeuge des Typs Lancaster, Halifax und Mosquito-Markierer in Richtung der deutschen Reichshauptstadt. Die Wettervorhersage für Berlin versprach geringe Bewölkung. Die Crews erreichten wie vorgesehen ihr Ziel. Der Bezirk Charlottenburg wurde verwüstet, das Außen-, Innen und das Propagandaministerium sowie eine Reihe anderer Ministerien wurden zerstört. Der Bahnhof von Potsdam brannte aus und fünf weitere Bahnhöfe wurden beschädigt.
Die Royal Air Force verlor in dieser Nacht 42 Bomber. Einer von ihnen stürzte am 2. Dezember 1943 gegen 20.00 Uhr über der Gemarkung Rehfelde ab. Absturzstelle war der Wald westlich der Stephanstraße zwischen der Strausberger Straße und der Karl-Liebknecht-Straße. Es handelte sich um eine viermotorige Lancaster III des 101. Geschwaders der RAF. Sie war drei Stunden zuvor von der Basis Ludford Magna in Mittelengland gestartet.
An Bord befanden sich acht Besatzungsmitglieder, die Bombenschützen Sergeant Bramley und Sergeant Kibby, der Navigator Sergeant Webb, der Pilot Sergeant Murell, die Bordschützen Sergeant Garland und Sergeant Cockroft, der Funker Sergeant Hayes und der Bordingenieur Sergeant North. Keiner von ihnen überlebte.
Zwei Tage später, am 4. Dezember, wurden die acht Crew-Mitglieder auf dem Rehfelder Friedhof beigesetzt. Das erfolgte abgeschirmt vor der Öffentlichkeit im Beisein von Pfarrer Perels und einem Angehörigen der Luftwaffe des Flugplatzkommandos Strausberg. Der amtierende Bürgermeister Kurt Milius meldete kurz darauf dem Luftwaffenführungsstab des Luftgaukommandos Berlin Vollzug. Das Sammelgrab trug die Nummer 425 und befand sich östlich der Leichenhalle.
Unmittelbar nach Beendigung des Krieges wurden die sterblichen Überreste der Gefallenen auf den britischen Soldatenfriedhof an der Trakehner Allee in Spandau überführt. Als dieser 1959 geschlossen wurde und ein neuer an der Heerstraße entstand, fanden die 8 britischen Soldaten dort ihre letzte Ruhe.
Ihre Gräber sind bis in die Gegenwart erhalten und tragen die Nummern 8G24 bis 8G31.“
 
Mit dem Totengedenken, vorgetragen von Lies Galey, einem Musikstück und dem Dank des Bürgermeisters an die Teilnehmer klang die Gedenkstunde aus.
 

Foto zur Meldung: Gedenken am Volkstrauertag
Foto: Klaus Emmerich, Lies Galey, Reiner Donath, Gerhard Schwarz (v.l.)

Gedenken bei gefallenen Soldaten

(20.11.2017)

(HGH) Seit 1922 wird der Volkstrauertag als formeller Gedenktag für die Opfer des Ersten Weltkrieges begangen. Die Nationalsozialisten erklärten den Tag zum gesetzlichen Feiertag und deuteten ihn unter dem Namen “Heldengedenktag” zum Anlass für Heldenkult und Kriegsverherrlichung um. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Gedenktag auf den zweiten Sonntag des Kirchenjahres verlegt, um einen klaren Bruch mit der Ideologie der Nationalsozialisten und ihrer Deutung des Gedenktages zu verdeutlichen. In der heutigen Zeit wird am Volkstrauertag den Kriegstoten gedacht und auf eine Zukunft in Frieden appelliert.

Die Gemeinde Rehfelde bittet seit vielen Jahren um die Teilnahme zum Gedenken am Volkstrauertag an der Rehfelder Ruhestätte für gefallene deutsche Soldaten des Krieges 1939 bis 1945. Gestern kamen 20 Bürgerinnen und Bürger bei herbstlich kühlem und windigem Wetter zusammen. Bürgermeister Reiner Donath eröffnete die Gedenkstunde und Gerhard Schwarz erinnerte an Gewaltherrschaft und Tod mit einer Geschichte, die das Leben schrieb. Er trug vor:

„Es ist einen Monat her. Die Teilnehmer einer Veranstaltung im Bürgerzentrum unserer Gemeinde erlebten, wie eine Frau das Wort ergriff und mit ihren Ausführungen die Anwesenden in tiefes Nachdenken versetzte. Ihr Name ist Gisèle Cailloux. Sie ist französische Staatsbürgerin und entstammt einer jüdischen Familie aus Deutschland. Sie berichtete, dass ihre Mutter Hanna Ruth Klopstock 1939 vor der Vernichtung gerettet wurde. Die jüdische Bankiersfamilie Rothschild hatte einen Transport jüdischer Kinder nach Frankreich organisiert. Unter den 132 Minderjährigen befanden sich neben Hanna Ruth auch Rolf Herrmann aus Herzfelde und Norbert Roth aus Bad Freienwalde. Die Mehrzahl dieser Kinder überlebte den Faschismus, oft aber unter unsäglich schweren Bedingungen. Denn der Arm der faschistischen Judenhasser reichte ab 1940 auch bis nach Frankreich und dort bis in dessen unbesetzten Teil. Die Vichy-Regierung beteiligte sich an der Verfolgung der Juden und deren Deportation in die Vernichtungslager.

Nach der Befreiung 1945 begab sich Hanna Ruth Klopstock auf die Suche nach ihren Verwandten in Deutschland. Ihre Hoffnung, noch Überlebende zu finden, war nicht groß. Noch vor ihrer Flucht nach Frankreich war ihr Vater, ein Chemiker in den Deutschen Kabelwerken Fürstenwalde, 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen unter den mörderischen Bedingungen verstorben. Briefen ihrer Mutter Frieda Klopstock entnahm sie, dass ein Großvater 1942 in Theresienstadt ums Leben gekommen war.

Die Mutter, eine kranke Frau, hatte sich in Berlin mehr schlecht als recht durchs Leben geschlagen. Mitte Dezember 1942 schrieb sie klagend der Tochter in Frankreich: „Die Tränen sitzen Gott sei Dank nicht mehr ganz so lose… Und immer wieder muss ich mir sagen: dieses Leben heißt kämpfen; - nicht an Kranksein und sein Herz denken – arbeiten; nicht verzweifeln, nicht etwa träumen und ans Gestern denken – „immer vorwärts“ musst Du streben, nie ermüdet stille stehen – nur dann wird der Allmächtige Dich retten und Dir beistehen… Ich bete täglich zu meinem allmächtigen Gott er möchte mich und Deinen Bruder Werner weiterhin behüten, damit wir dich wiedersehen können, mein Herzchen. Und kommt es anders - wenn nur mein lieber Werner gerettet werden kann! Sorge für ihn, mein geliebtes Kind, und halte dich weiter so tapfer. … Ich werde bis zuletzt um dich kämpfen! In Liebe, ich umarme dich, deine Mutter.“

Anfang Februar 1943 informierte dann Werner, der noch immer Zwangsarbeit auf dem Rittergut Garzau verrichtete, seine Schwester: „Nun muss ich Dir diesmal leider alleine schreiben, da die Mutti, wie ich jetzt erfuhr, seit voriger Woche nicht mehr zu Hause ist. Für mich selbst war das nicht allzu überraschend, denn die Mutti konnte schon einige Zeit vorher damit rechnen.“

Frieda Klopstock wurde am 3. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie in den Gaskammern erstickt wurde. Zwei ihrer in Berlin lebenden Schwestern wurden im Januar und März 1943 ebenfalls in den Tod nach Auschwitz geschickt. Ein Schwager kam 1944 in Theresienstadt ums Leben.

Werner Klopstock war fast drei Jahre lang Zwangsarbeiter auf dem Rittergut Garzau. Am 1. März 1943 wurde er gemeinsam mit weiteren 1.735 jüdischen Frauen, Männern und Kindern deportiert. Es war derselbe Abgangsbahnhof Berlin-Moabit und dieselbe Wegstrecke nach Auschwitz, die seine Mutter 26 Tage zuvor zurückgelegt hatte. Bei der Ankunft am 2. März selektierte ihn die SS als arbeitsfähig. Anschließend verbrachte sie ihn in das Außenlager Jawischowitz des KZ Auschwitz, wo er in den Steinkohlengruben der Reichswerke „Hermann Göring“ sechs Tage die Woche in den Gruben schuften musste. Sein „normaler“ Arbeitstag begann um 3:30 Uhr und endete um 21:00 Uhr. Schon nach wenigen Wochen Lageraufenthalt war er mit seinem völlig ausgezehrten Körper, kahl rasiertem Kopf und tief eingefallenen Augen nicht mehr wieder zu erkennen. Ganze vier Monate hielt er die Marter des Lagers durch. Sein letztes, aus 43 Worten bestehendes Lebenszeichen an die Außenwelt trägt das Datum vom 18. Juli 1943.

Vor dem Hintergrund dieser ihrer Familiengeschichte und angesichts der jüngsten Rechtsentwicklungen in Frankreich und Deutschland mahnte Gisèle Cailloux mit den Worten von Berthold Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."

Lies Galey mit dem Totengedenken und noch einmal Bürgermeister Reiner Donath mit mahnenden Worten beschlossen die beeindruckende Gedenkstunde.

Foto zur Meldung: Gedenken bei gefallenen Soldaten
Foto: Gerhard Schwarz - Lies Galey - Kranz der Gemeinde Rehfelde

Gedenkstunde auf dem Rehfelder Friedhof

(14.11.2016)

(HGH) „Wir sind jetzt alle ... typhusschutzgeimpft worden. Aber die große Zahl der Todesfälle in unseren Orten hat ja verschiedenste Ursachen, die alle irgendwie mit der ungewohnten Nahrung zusammenhängen. … Meine Arbeit besteht im Wesentlichen vormittags aus Religionsunterricht, nachmittags aus Beerdigungen.“ Mit diesen Worten zitiert Gemeindevertreter Gerhard Schwarz in seiner Ansprache zum Volkstrauertag den Rehfelder Pfarrer Otto Perels, der vor 71 Jahren in einem Brief an seine Mutter die vielen Toten infolge des 2. Weltkrieges beklagt. Im Dorf starben allein im Zeitraum von Ende April bis Ende Dezember 1945 138 Personen. Das waren fast neun Mal mehr als im analogen Zeitraum des Jahres 1939. Gerhard Schwarz wies authentisch und bewegend mit Rehfelder Historie auf die Leiden und Folgen von Kriegen hin.

Die kleine Feierstunde am gestrigen Sonntag auf dem Rehfelder Friedhof eröffnete und beschloss Bürgermeister Reiner Donath mit mahnenden Worten, Lies Galey sprach das Totengedenken und Marlena Gellert aus Hennickendorf umrahmte die Feierstunde musikalisch mit Musikstücken auf ihrer Geige. Am Grabstein gefallener deutscher Soldaten wurde der Kranz der Gemeinde niedergelegt.

[Ansprache zum Volkstrauertag 2016]

[Das Totengedenken]

Foto zur Meldung: Gedenkstunde auf dem Rehfelder Friedhof
Foto: Im Bild links von oben: Reiner Donath, Gerhard Schwarz, Lies Galey

Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg

(16.11.2015)

(HGH) Die Trauerhalle auf dem Rehfelder Friedhof war bis auf den letzten Platz gefüllt. Bürgermeister, Gemeindevertreter, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, Bürgerinnen und Bürger und die Landtagsabgeordnete Simona Koß fanden trotz Regen den Weg zur Gedenkstunde.

Auch in diesem Jahr wurde in der Gemeinde am Volkstrauertag an die Opfer von Gewalt und Krieg gedacht, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker, an die Soldaten, die in den Weltkriegen starben, an die Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Gedacht wurde derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten oder einer anderen Rasse zugerechnet wurden. 

Getrauert wurde um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege und von Flucht und Vertreibung in diesen Tagen, ganz aktuell an die Opfer von Terror und Gewalt am vergangenen Freitag in Paris.

In einer würdigen Gedenkstunde trug Frau Galey ein Gedicht zum Volkstrauertag vor und sprach das Totengedenken. Bürgermeister Reiner Donath hielt die Gedenkrede.

Gerhard Schwarz führte in zwei Ansprachen zu den "Folgen des Krieges" und "Aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters" - siehe Downloads - die Toten und das Leid des 2. Weltkrieges in unserer Gemeinde eindrucksvoll vor Augen.

Mit drei Musikstücken umrahmte die 9-jährige Marlena Gellert an der Violine das Gedenken, das mit der Kranzniederlegung am Gedenkstein auf dem Rehfelder Friedhof endete.

[Gerhard Schwarz - Folgen des Krieges - Aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters]

Foto zur Meldung: Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg
Foto: Oben: Marlena Gellert - Lies Galey - Gerhard Schwarz (v.l.)

Gedenken an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft

(17.11.2014)

(HGH) Einer langjährigen Tradition folgend hatte auch in diesem Jahr die Gemeinde Rehfelde zum Volkstrauertag gestern zu einer Gedenkstunde auf dem Rehfelder Friedhof eingeladen, um an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen zu erinnern.

Pfarrerin i.R. Annemarie Rettig spannte in ihrer Ansprache den Bogen von den Toten der beiden Weltkriege im vorigen Jahrhundert bis zu den Opfern der kriegerischen Auseinandersetzungen dieser Tage in vielen Regionen unserer Welt. Sie regte Bürgerproteste an und rief dazu auf, sich persönlich in seinem Umfeld und darüber hinaus für das friedliche Miteinander einzusetzen und dafür seine Stimme deutlich wahrnehmbar zu erheben.

Das Totengedenken wurde von Lies Galey mit eindringlichen Worten gesprochen. Bürgermeister Reiner Donath hob in seinen Ausführungen u.a. hervor, dass auch die jüngere Generation sich aktiv mit dem Anliegen des Volkstrauertages auseinandersetzen sollte.

Die Gedenkstunde wurde von zwei Schülern der Rehfelder Grundschule mit Fanfarenklängen feierlich umrahmt.

Foto zur Meldung: Gedenken an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft
Foto: Gedenken an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft

Gedenken an Kriegstote und Opfer von Gewaltherrschaft

(17.11.2013)

(HGH) In guter Tradition hatte die Gemeinde Rehfelde auch in diesem Jahr zu einer Gedenkstunde für die Kriegstoten und die Opfer von Gewaltherrschaft auf den Friedhof Rehfelde eingeladen. Bürgermeister Reiner Donath eröffnete das Gedenken und begrüßte die etwa 20 Bürgerinnen und Bürger. In ihrer eindringlichen Ansprache schlug Pfarrerin i.R. Annemarie Rettig den gedanklichen Bogen von den Opfern der zwei Weltkriege über unerfüllte Hoffnungen auf den Verzicht zu Aufrüstung und Wiederbewaffnung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges bis hin zum Appell an jeden heute Lebenden sich dafür persönlich einzusetzen, dass zukünftig weder Kriegstote und noch Gewaltopfer zu beklagen sind. Beeindruckt hat mit klaren Worten Lucia Tabea Welke aus Werder – Schülerin der 6. Klasse, die vor der Pfarrerin ein Gedicht vortrug und im Anschluss der Rede den Toten und Opfer gedachte. Der Bürgermeister und der Gemeindevertreter Klaus Emmerich legten gemeinsam den Kranz der Gemeinde nieder. Reiner Donath dankte Lies Galey für die Organisation der Gedenkstunde.   

Foto zur Meldung: Gedenken an Kriegstote und Opfer von Gewaltherrschaft
Foto: Lucia Tabea Welke, Annemarie Rettig, Reiner Donath, Klaus Emmerich (v.l.)

Eine rote Linie - Gedanken zum Volkstrauertag

(19.11.2012)

(BH) „Bis hierher und nicht weiter!“ - diese Botschaft versteht man, ob sie streng oder spaßig gemeint ist und erkennt, dass eine gedachte, vielleicht rote Linie, nicht zu überschreiten sei.

Ein spielerischer Kampf kann zu einem tränenreichen Ende führen, ein ernster Angriff zu Beschädigung, Verletzung oder gar Tod. Als Frau Rettig, Pfarrerin i.R. mit Gleichnissen aus dem Verhalten von Kindern im Streit und Tatsachen aus der Geschichte einen eindringlichen Appell an uns Lebende zur Wachsamkeit und Bedachtsamkeit dem Leben gegenüber aussprach, wanderten meine Gedanken zu Verstorbenen und besonders zu gewaltsam ums Leben gekommenen Menschen.

Wir Erwachsene haben eine gewaltige Aufgabe, aus der Vergangenheit zu lernen, mit unseren Kindern und Enkeln zu sprechen und wachsam gegenüber Verhärtung in den Herzen und im Handeln zu sein. Das unterstrich auch Bürgermeister Reiner Donath und ging auf sinnlose Brutalität im Alltag ein. Die Schülerinnen  Janine Wolf und Anna Steinke aus der 6b der Grundschule Rehfelde lasen beeindruckende Worte, welch großes Leid Menschen erdulden mussten. Ihre Lehrerin Frau Glashagen umrahmte die Schülerworte mit Musik, die berührte. Wer den Kranz der Gemeinde am Gedenkstein für die Toten sieht wird erkennen, dass es für Bürger und Gemeindevertreter ein jährliches Bedürfnis sein sollte, der Toten von Krieg und Gewalt zu gedenken.

Am letzten Leseabend in Werder las Frau Rettig Christa Wolfs Werk “August“ vor. Beschrieben werden die Empfindungen eines Fast-Rentners, dessen Gedanken in seine Kindheit abschweifen - die Mutter auf der Flucht verloren und als Waise und lungenkrankes Kind in einem provisorischen Krankenhaus untergebracht. Beeindruckend ist, wie Kindersinnlichkeit und Erwachsensein bildhaft beschrieben sind. Das einfache Glück des Seins, ein solches Geschenk als Lebenssinn zu sehen, hat die Autorin großartig beschrieben.

Der Inhalt dieser Lebensgeschichte und die vielen ähnlichen Geschichten von Opfern, die Krieg und Gewalt kennenlernten und leider noch erleiden müssen, rühren an Herz und Verstand, für ein friedliches Leben einzutreten. Das kann man tun, indem man Literatur als seelische Nahrung begreift und ein gemeinsames Gedenken als Möglichkeit sieht, sich mit anderen nachdenklichen Menschen ein gemeinsames Erlebnis zu schaffen.

Wenn am 08. Januar 2013 wieder ein Leseabend in Werder stattfindet und Frau Rettig mit ihrer wie dafür geschaffenen Vorlesestimme alle Teilnehmer beeindruckt, bin ich wieder dabei und wenn im nächsten November wieder meiner im II. Weltkrieg gefallenen und vermissten Angehörigen gedacht wird, reihe ich mich ein und bin dankbar, dass es diese Termine gibt.

 

Bilder vom Gedenken auf dem Friedhof Rehfelde --> hier

Foto zur Meldung: Eine rote Linie - Gedanken zum Volkstrauertag
Foto: Eine rote Linie - Gedanken zum Volkstrauertag

Totengedenken am Volkstrauertag

(13.11.2011)

(BH) Bei strahlendem herbstlichen Sonnenschein trafen sich Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Rehfelde am Gedenkstein für die Opfer von Kriegen und Gewalt auf dem Friedhof.

Frau Mora, stellvertretende Bürgermeisterin, eröffnete die Gedenkstunde.

Mit warmherzigen und mahnenden Worten erinnerte Pfarrerin i.R. Annemarie Rettig in ihrer Andacht an traurige Tatsachen, die Frieden zwischen den Menschen auf der ganzen Welt verhindern. In den Herzen und Gedanken der Zuhörer entstanden Bilder, die jedem Zuhörer auf unterschiedliche Weise bewusst machten, dass ein mutiges Eintreten für eine friedliche Welt ein ständiges Bemühen im Großen wie im Kleinen sein sollte.

Ihre Beschreibung einer Schülerzeichnung über die Schönheit unversehrter Häuser und im Gegensatz dazu die Bedrohung durch Atomkraftwerke zeigte eindringlich, welche Ängste Kinder haben.

Im Vaterunser wurden einfache und schlichte Wahrheiten ausgesprochen, die viel Raum zu Überlegungen geben, die Welt friedlich zu gestalten.

Dank der Lehrerin Frau Glashagen stimmte leise Musik die nachdenklichen Worte ihrer Schülerinnen über all die zu betrauernden Menschen ein.

Ein Kranz der Gemeinde im Gedenken an die Toten wurde würdevoll von Frau Mora und Herrn Emmerich niedergelegt.

 

Bilder von der Gedenkstunde --> hier

[A. Rettig: Andacht zum Volkstrauertag 2011 auf dem Friedhof Rehfelde]

Foto zur Meldung: Totengedenken am Volkstrauertag
Foto: Totengedenken am Volkstrauertag