Teilen auf Facebook   Teilen auf Twitter   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Drucken
 

Bildgespräche in der Entreegalerie

Rehfelde, den 10.01.2015

(HGH) Die erste Ausstellung in 2015 in der Entreegalerie Rehfelde wurde gestern mit Werken von Bettina Jagemann-Ortner eröffnet. Die Künstlerin lädt zu „Bildgesprächen“ ein und zeigt Malerei und Collagen.

Laudator der Ausstellungseröffnung war der Bildhauer und Gartendesigner Uwe Steinkamp vom Atelier Zachariashof in Ihlow. Mit den folgenden Worten stellte er die Künstlerin vor und würdigte ihr Schaffen:

„Liebe Betti, liebe Gäste unserer heutigen Vernissage.

Es ist mir ein besonderes Vergnügen, diese Laudatio halten zu dürfen; insbesondere auch deshalb, weil es meine erste ist.

Insofern haben die Namensgeber dieses Ortes mit dem Begriff „Entree-Galerie“ anlässlich unserer heutigen Causa ins Schwarze getroffen: es ist sowohl für mich ein „Entree“, ein Eintritt in etwas Neues, als auch für die Künstlerin selbst, nämlich als ihre erste Ausstellung in dieser Region, der, so hoffe und wünsche ich, nach diesem „Entree“, diesem Eintritt und Beginn, noch viele weitere folgen mögen.

Bettina Jagemann-Ortner, von ihren Freunden – und also auch von mir - liebevoll Betti genannt, wurde 1962 in Cuxhaven geboren. Sie entdeckte schon in jungen Jahren als Kind und Schülerin ihre große Liebe zum Zeichnen und Malen. Glücklicherweise wurde dies von ihrem Elternhaus sehr gefördert, und so stellten sich bald erste Erfolge ein. Der Zyklus „Jahreszeiten“, stark an naive Malerei erinnernd, sowie erste Versuche in Öl, wurden damals in der französischen Partnerschule ausgestellt.

Entscheidende und prägende Schritte in der künstlerischen Entwicklung zu einem eigenen und selbstbestimmten Weg wurden Betti gewiesen durch die Freundschaft zu und Lehrzeit bei Professor Wulf Kirschner, der in den 80er und 90er Jahren in Cuxhaven lebte.

Bettis künstlerisches Oevre erweiterte sich in der Folgezeit durch erste Arbeiten in Aktzeichnen, Holzdruck sowie freier Malerei mit Temperafarben.

1983 gibt Betti ihre Bewerbungsmappe bei den Kunsthochschulen Bremen und Kassel ab. Da ihr das Abitur als Zulassungskriterium fehlt, erhält sie die Möglichkeit der Hochbegabten-Zulassung, die sie um nur drei Punkte von 30 nötigen Punkten verfehlt.

Nach der Ablösung von Professor Kirschner folgt die Gründung einer Ateliergemeinschaft mit Jahn-Schüßler, Rebehm und S. Langerfeld. Die Früchte dieses Schaffens werden in verschiedenen Gemeinschaftsausstellungen in Cuxhaven in der Zeit zwischen 1985 und 1987 an das Publikum herangetragen. Da einer der Lebenspartner ihrer Atelierfreundinnen ein Jazz-Musiker ist, werden diese Ausstellungen für die Besucher oft ein Gemeinschaftserlebnis von bildender Kunst und Musik.

1991 übersiedelt Betti nach Strausberg. Hier steht zunächst das Berufliche, nämlich die Selbständigkeit mit der Gründung eines Wäschefachgeschäftes im Vordergrund. Für Persönliches und Kreatives, also mithin für die Malerei und bildende Kunst, bleibt wenig Raum und Zeit.

Doch Bettis Kreativität bahnt sich alsbald wieder ihren Weg; sie beginnt, mit Sand und Erde zu experimentieren. Ab 2005 dann widmet sie sich wieder intensiv dem Malen und Zeichnen, und zwar bei dem Berliner Künstler Christopher Balzer in dessen Atelier am Frankfurter Tor. Betti nimmt Kurse über Bildkomposition, Tanzakt und Aktzeichnen.

In diese neue Phase des Arbeitens fließen wie selbstverständlich die Erfahrungen ihrer langjährigen Selbständigkeit, dem Betreiben ihres Wäschefachgeschäftes, mit ein. Unter anderem daraus entwickelt die Künstlerin in der Folgezeit die Kunstform der Collage als eine weitere Antwort auf die Herausforderungen ihrer experimentierfreudigen Kreativität.

Viele Ergebnisse dieses Schaffens sehen wir nun hier in der Ausstellung, und wir erkennen unschwer, dass die Künstlerin es liebt, gelernte Standards zu verlassen und sich auf eigene Entdeckungsreisen zu begeben.

Die Arbeiten muten oft an, wie in kindlicher Spielfreude entstanden, doch bemerken wir unmittelbar, dass hier eine Malerin am Werke ist, deren auch handwerkliches Können sich über viele Jahre wahrhaft leidenschaftlich entwickelt hat.

Liebe Betti, ich wünsche Dir auch für die Zukunft weiterhin die Freude und Leidenschaft, an der Du uns heute in Deiner Ausstellung hier teilhaben lässt.

Danke und alles, alles Gute.“

Ria-Mara Sommerschuh – Leiterin des Kultur- und Tourismusamtes Märkische Schweiz - hob hervor, dass mit diesen Ausstellungen in der Entreegalerie den Bürgern, die hierher zu ihren Amtsgeschäften kommen, seit vielen Jahren ein überzeugendes kulturelles Angebot über das künstlerischen Schaffen in der Region unterbreitet wird und dankte der Künstlerin für die Ausstellung dieser Werke.

Auch schon gute Tradition sind die Eröffnungsworte vom Bürgermeister Reiner Donath. Er dankte den rund 30 Besuchern für ihr Interesse, trotz des stürmischen und regnerischen Wetters der Vernissage beizuwohnen und würdigte diese neue Ausstellung.

Für die musikalische Umrahmung sorgte in bewährter Weise Carsten Paschwitz am Akkordeon. Die Melodie des Rehfelde-Liedes und ein Medley bekannter alter Melodien brachte er zur Freude der Künstlerin und der Gäste zu Gehör.

 

Die Märkische Online Zeitung berichtet gleichfalls über die Vernissage. Lesen Sie den Artikel --> hier

 

Foto: Bettina Jagemann-Ortner (l.) - Ria-Mara Sommerschuh (r.)