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Bürgermeisterwort Juni 2017

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wer bei Klassikern liest, findet sehr viel Anregendes aus vergangenen Zeiten, das im Heute sehr treffend zu sein scheint. So las ich bei Victor Hugo (französischer Schriftsteller von 1802-1885): „Es ist eine Krankheit der Menschen, dass sie ihr eigenes Feld vernachlässigen, um in den Feldern der anderen nach Unkraut zu suchen.“

Ja, es sprechen Bürger mit mir über die Unordnung und den Schmutz am Straßenrand oder im angrenzenden Wald, in den sie selbst oder andere Bürger Rasenschnitt und Grünabfälle abschütten. Noch schlimmer sind die Hundehalter, die ihren Lieblingen gestatten, in jeder öffentlichen Ecke ihren Kot zu hinterlassen, ohne diesen im mitgebrachten Beutelchen aufzuheben. Auch wenn die Gemeinde - darüber wird zurzeit beraten - Müllbehälter oder Hundeklos aufstellt, deren Leerung Arbeitskraft und Geld kosten würde, gäbe es noch Bürger, denen der Weg zu diesen zu weit wäre. Als Beispiel mögen die aus den fahrenden Autos entsorgten Gegenstände gelten, die man ja mit nach Hause nehmen könnte. Wir sollten wieder stärker auf uns selbst sowie die anderen um uns herum schauen und mit solchen Unsitten aufräumen. Bei den groben Verschmutzungen in den Feldfluren können uns nur Anzeigen helfen, denn auf einen groben Klotz muss ein noch gröberer Keil.

Diese Unsitte, Unkraut, sprich Fehler, bei anderen zu suchen und nicht bei sich selbst anzufangen, trifft leider nicht nur auf Müll sondern auch auf die Worte in wichtigen Situationen zu. Das beginnt bei der Diskussion in den Vereinen und Feuerwehren, kommunalen Gremien und Einrichtungen und spitzt sich in Wählkämpfen zu. Das haben wir in den USA und in Frankreich erlebt, wo kaum noch das Sachargument und die Wahrheit zählten, sondern durch Lügen und zugespitzte, eigentlich fast unwichtige Kleinigkeiten, diese ersetzt wurden. Beim Boxen hätten die persönlichen Angriffe und Beleidigungen weit unter der Gürtellinie zum Abbruch und Disqualifikation der Kontrahenten geführt. Das wäre im Sport so, aber nicht in der Politik, wo es offensichtlich immer mehr zum schlechten Stil gehört. Bleiben wir aber auf unseren Feldern und tun wir nicht weiter so wie vor den Landtagswahlen und beim Beginn des Wahlkampfes zur Bundestagswahl am 24. September 2017. Schauen wir genau hin, wer, was für die Menschen anbietet und vorschlägt. Werten wir die vorgeschlagenen Programme und deren Realisierungsmöglichkeiten und nicht die persönlichen Vorwürfe gegen den anderen Kandidaten.

Bleiben wir auch politisch korrekt und zuerst bei unseren Problemen, die unerfüllt sind oder verschoben, schöngeredet oder weggeredet werden und die zu Unzufriedenheit, Frust und Streit führen. Erst danach sollten wir uns den internationalen Fragen zuwenden sowie oftmals vorschnelle oder vorlaute Ratschläge und Hinweise, die man oft als Bevormundung oder Einmischung verstehen kann, lassen. Wir Deutschen sind nicht der Nabel der Welt und die Russen können auch nicht an allem Schuld sein, wie prominente Persönlichkeiten, Wissenschaftler und Politiker betonen.

Man sollte nicht nur auf andere schauen und kritisieren, sondern im eigenen Lande, in der eigenen Kommune anfangen. Bei aller berechtigter Kritik gegen andere, bleiben wir ehrlich und kritisch zu uns selbst.

Ihr Reiner Donath

 
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